Dietikon
Ein Pub mit Ausdauer: «Wir sind eine Generationenbar»

Ein Fixpunkt im regionalen Nachtleben wird 25 – die Music Bar Zeus scheint unverwüstlich. Das Geheimrezept: In der Bar treffen sich Leute jeden Alters. Um seine rauchenden Gäste macht sich Inhaber Stefan Schmucki indes Sorgen.

Alex Rudolf
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Stefan Schmucki will das «Zeus» weiterführen, solange es die Gesundheit zulässt. Foto: Annika Bütschi

Stefan Schmucki will das «Zeus» weiterführen, solange es die Gesundheit zulässt. Foto: Annika Bütschi

Doris bedient fingerfertig die Kaffeemaschine, während im Hintergrund Chart-Songs laufen. Ihr blondes Haar passt zur üppigen Weihnachtsdekoration in der Zeus Music Bar in Dietikon. Deren Besitzer Stefan Schmucki sitzt unter dem schräg befestigten Kronleuchter auf einem Barhocker, schaut nach oben und erklärt, dass «man ihn so habe aufhängen müssen, weil er sonst zu tief in den Raum hängen würde».

Er sei zum Erkennungsmerkmal seiner Bar geworden. Im Dezember 1988 öffnete das «Old Flower» – der alte Name des «Zeus» – seine Tore, heute kann Stefan Schmucki mit seinen Gästen, den teilweise harten Zeiten im Gastrobusiness trotzend, das 25-Jahr-Jubiläum feiern.

Was ist Schmuckis Geheimrezept für das «Zeus»? «Wir sind eine Generationenbar. Hier treffen sich Gäste jeden Alters», so Schmucki. Manchmal komme es vor, dass ihm jüngere Gäste Grüsse von deren Eltern ausrichten würden – «und umgekehrt».

Angestellte als Schlüssel zum Erfolg

Im Hintergrund unterhält sich Doris angeregt mit einem Gast. Ihre Körpersprache und Mimik signalisieren aufrichtiges Interesse für das, was der Mann zu berichten hat. Dem ebenfalls aufmerksamen Chef entgeht dies nicht und er fügt an, dass auch dies ein Grund für den Erfolg sei. «Meine Angestellten und ich pflegen ein freundschaftliches Verhältnis zu unseren Gästen.» Er selber stehe bis zu sechs Mal pro Woche entweder hinter dem Tresen oder in der Küche, das schätzen die Leute.

Schmucki erinnert sich aber auch an schwere Zeiten. Beispielsweise als das Rauchverbot in Kraft trat und er ein Zelt vor dem «Zeus» aufstellte. Von der Stadt erhielt er dafür jedoch keine Bewilligung, was zu einem Rechtsstreit führte. «Nachdem ich diesen im letzten Jahr verloren habe, weiss ich noch nicht, wo ich meine rauchenden Gäste unterbringen soll», gesteht der 51-Jährige. So geht auch Doris in einem ruhigen Moment mit einer Zigarette in der einen und dem Feuerzeug in der anderen Hand vor die Tür und macht Pause.

Was ist heute anders als vor 25 Jahren? Nach der Antwort auf diese Frage muss Schmucki nicht lange überlegen: «Im Limmattal war damals das Nachtleben viel lebendiger. Man hatte eine grössere Auswahl.» Das Rauchverbot und die 0,5-Promille-Alkoholgrenze führt Schmucki als Hauptgründe für den schleichenden Zerfall des nächtlichen Unterhaltungsangebots ins Feld.

Müsste das Bevölkerungswachstum nicht bewirken, dass in Dietikon eine grössere Nachfrage herrscht? «Es kommen schon einige Leute aus dem Limmatfeld hierher. Die meisten Neuzuzüger wohnen und arbeiten zwar hier, aber gehen in Zürich aus», erklärt Schmucki. Das werde vermutlich auch so bleiben. Das Gute sei, dass die Leute aus der Region vor oder nach dem Ausgang in Zürich noch im Zeus auf ein Bier oder auf eine Portion der legendären Chicken Nuggets vorbeischauen, so Schmucki.

So lange weitermachen, wie es geht

Der gelernte Elektriker, der das Limmattaler Nachtleben bereits mit der ehemaligen Mobildiskothek Black Jack und dem Dancing Tiffany geprägt hat, scheint zufrieden. Er werde das «Zeus» so lange weiterführen, wie es seine Gesundheit zulasse. Dies gilt vermutlich auch für Doris. Sie habe schon beim vorherigen Pächter dieses Lokals gearbeitet, sagt Schmucki. «Wie lange bist du genau hier», ruft er in ihre Richtung. «Seit 27 Jahren», ruft es von hinter der Bar zurück.

Heute feiert das «Zeus» seine 25-Jahr-Birthday-Party. Ab 18 Uhr bis Open End mit DJ Max und einer Überraschung
um 23 Uhr.

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