In diesen Tagen startet im Reppischtal das Pilotprojekt «Gemeinsam gegen Neophyten» der kantonalen Baudirektion. Dabei soll für die Dauer von vier Jahren ein neuer, räumlich koordinierter Ansatz getestet werden. Die meisten bisherigen Ansätze scheitern daran, dass nur einzelne Bestände entfernt werden. Vermeintlich harmlose Bestände bleiben stehen und vermehren sich rasch. Die Reppisch zählt zu den ökologisch wertvollsten Fliessgewässern im Kanton, entsprechend gross sind die Schäden, die durch Neophyten angerichtet werden können.

In den kommenden vier Jahren sollen hier sämtliche invasiven Neophyten entfernt werden. «Getreu dem Motto ‹Lieber einmal richtig als immer ein bisschen› werden wir im Reppischtal gegen Neophyten vorgehen», so Regierungspräsident und Baudirektor Markus Kägi in einer Information für die Bevölkerung. Involviert in das Projekt sind nicht nur die Gemeinden entlang der Reppisch, sondern auch die SBB, das Astra und der Waffenplatz Zürich-Reppischtal. «Gemeinsam werden wir es schaffen», ist Kägi überzeugt. Man erhofft sich eine Antwort auf die Frage, ob durch ein koordiniertes und intensives Vorgehen die Bestände derart reduziert werden können, dass sie künftig mit wenig Aufwand und Kosten in Schach gehalten werden können. Ist der neue Ansatz erfolgreich, kann er auf andere Gebiete im Kanton ausgedehnt werden.

Werner Steiner, Gemeindepräsident von Birmensdorf, meint: «Während des Pilotprojekts fallen durch die intensivere Arbeit im Unterhalt mehr Kosten an als bisher. Aber wenn das Projekt Erfolg hat, zahlt sich das später aus.» Und im aktuellen Mitteilungsblatt von Aesch schreibt Gemeinderat Roland Helfenberger: «Die Gemeinde unterstützt das Projekt und ist in seine Umsetzung eingebunden. Damit ist sie ein wichtiger Teil eines Pionierprojekts, das im ganzen Kanton Wirkung entfalten wird.» Gleichzeitig richtet sich die Baudirektion mit einem Appell an die Bevölkerung, denn gebietsfremde Pflanzen wachsen auch auf privatem Grund, zumal einige Arten als Gartenpflanzen beliebt waren oder noch sind. Für eine nachhaltige Eindämmung sei es daher wichtig, dass zumindest die besonders invasiven Arten auch in Gärten entfernt werden, wie etwa die Goldrute und das Berufkraut. Heisst: Noch vor dem Blühen ausreissen und samt Wurzeln im Hauskehricht entsorgen.