Schlieren

Ein Ort der Kraft und des Trosts: Die Limmattaler Spitalskapelle entsteht nach altem Vorbild

Der Bau der neuen Kapelle des Spitals Limmattal hat begonnen. Bis 2021 soll sie wieder aufgebaut sein.

Der Bau der neuen Spitalskapelle des Spitals Limmattal läuft. Im Moment wird der Aushub vollzogen. Der Kapellenbau birgt einige Herausforderungen. «Die Aufgabe ist die Rekonstruktion der ursprünglichen Kapelle», sagt Katharina Bruggmann von der Kommunikationsabteilung des Spitals Limmattal. Wo dies möglich sei, werde mit den ursprünglichen Elementen gearbeitet.

Die alte Kapelle war bereits im Jahr 2015 aufgrund des anstehenden Spitalneubaus abgebrochen worden, allerdings mit der Vorgabe, sie originalgetreu erneut aufzubauen. Sie wird voraussichtlich Ende Mai 2021 wieder auf dem Spitalgelände zu stehen kommen. «Ursprünglich war geplant, dass der Bau der Kapelle mit den Umgebungsarbeiten des Spital-Neubaus ausgeführt wird», heisst es vonseiten des Spitals. Nun wurde entschieden, «die Kapelle parallel zu den Baumeisterarbeiten des Pflegezentrum-Neubaus auszuführen». Somit habe man die Vorgänge auf der Baustelle optimieren können.

Die Kapelle wird mit Sorgfalt neu erstellt

Die Betonverschalung war eines der markanten Merkmale der Kapelle, die in den 1960er-Jahren im Stil des Brutalismus errichtet wurde. Die Gebäudehülle muss nun nach dem Modell der alten Kapelle nachgebaut werden. Dazu werden das ursprüngliche Schalungsmuster, Aufnahmen der alten Kapelle, aber auch Betonelemente, die für die Rekonstruktion der Kapelle aufgehoben wurden, als Vorlage verwendet.

Verschiedene Elemente der alten Kapelle wurden einge­lagert und werden beim Neubau wieder integriert. Das betrifft auch die Orgel, die sich im Moment noch beim Orgelbauer befindet. Dort wird sie vor dem Wiedereinbau zudem revidiert. Des Weiteren sind die farbigen Kirchenfenster beim Kirchenfensterbauer eingelagert und werden für den Wiedereinbau angeliefert. «Teile des Mobiliars und der Deckenkonstruktion wurden auch hier bei uns in den Spitalräumlichkeiten eingelagert», erklärt Bruggmann. Sie werden beim Wiederaufbau der Kapelle ebenfalls erneut zum Zug kommen. Alle am Bau Beteiligten sind dabei laut Spital Limmattal zu grösster Sorgfalt angehalten. Die Erscheinung der ursprünglichen Kapelle soll auf diese Weise mit viel Feingefühl nachgebildet werden.

Doch nicht alles bleibt gleich. Zwar habe man keine Auflagen zum Baustandard erhalten, die zu beachten seien. Der Neubau werde aber dazu genutzt, die Thermik des Gebäudes zu verbessern. Laut Spital Limmattal wird neu zwischen der äusseren und der inneren Schale des Gebäudes isoliert. «Optisch sind diese Optimierungen nicht zu erkennen», sagt Bruggmann. Die eine Anwohnerin oder der eine Anwohner wird sich noch an die Visualisierungen der kompletten Spitalanlage erinnern. Spazierwege und Grünflächen wurden gezeigt. Im Moment ist dieses Endergebnis noch schwer vorstellbar. Doch Bruggmann versichert: «Der Schein trügt nicht. Das Spitalareal ist gross und es wird sehr viele Grünflächen geben.» Es sei für das Spital Limmattal ein wichtiges Anliegen, dass eine grosszügige Parklandschaft entstehe.

Auch der Teich, der sich zuvor um die Kapelle legte, soll erneut erstellt werden. «Wie früher wird der Teich der Kapellen- rundung folgen», sagt Bruggmann. Die Sitzstufen, die zum Teich führten, würden ebenfalls wieder übernommen. Die Kapelle und der Teich sollen in die Parklandschaft eingebunden werden. Den neuen Standort habe man so ausgewählt, dass sich die beiden Elemente in die Abfolge der Neubauten ringsum einfügen würden.

Die Spitalskapelle wird von vielen vermisst

Als Kapellen-Ersatz wurde ein Raum der Stille im neuen Spitalgebäude eingerichtet, doch sie sei sehr vermisst worden, sagt Bruggmann. «Sie ist im Laufe der Jahrzehnte zu einem Ort der Kraft und des Trosts für unzählige Menschen der ganzen Region geworden.» Es sei dieses Jahr auch kein Tag vergangen, an dem sich nicht jemand nach der Kapelle erkundigt habe. «Sie wird mit Spannung erwartet.»

Meistgesehen

Artboard 1