«Wir wollen das Image der Blockflöte verbessern. Man kann damit mehr machen als die Leute erwarten – und auch freche Sachen spielen», betont Vreni Egger, Uitikerin und Präsidentin von soprabasso, vor dem Konzert. Tatsächlich dürften viele die Flöte als ein wenig prickelndes Instrument in Erinnerung haben, als mühsame Pflicht, die einem dazumal von den Eltern verschrieben wurde.

Dabei eignet sich die Blockflöte nicht nur dazu, den Notenschlüssel zu lernen oder vor dem Weihnachtsbaum ein paar Liedchen zu trillern. Wie man am Sonntag im Üdiker-Huus hören konnte, handelt es sich bei der Flöte um ein sehr vielseitiges Instrument.

Derart vielseitig, dass sich damit ein ganzes Orchester zusammenstellen lässt. Die 37 Flötenspielerinnen und Flötenspieler von soprabasso handhabten dabei nicht nur die kleinen aus der Kindheit bekannten Blockflöten, sondern nicht weniger als sieben verschiedene Instrumente, die – wie der Subbass – bis zu zwei Meter hoch waren.

Dirigiert wurde das Laienorchester zum letzten Mal von Susanne Sägesser. Sie hatte die Truppe gut auf den Jubiläumsauftritt vorbereitet, an dem – auch mit zahlreichen Blumen und Geschenken vor der Bühne – das zehnjährige Bestehen von soprabasso gefeiert wurde.

Der Abend begann mit verschiedenen Tänzen aus der Renaissance. Zunächst muteten sie etwas gestreng an, mehr und mehr wurden sie aber durch witzige Einfälle aufgelockert, sodass man dazu schliesslich fast selbst in Bewegung geraten wollte.

Fern davon nur sich selbst in Szene zu setzen, bot das Orchester auch Solisten Gelegenheit, sich dem Publikum zu präsentieren. So begleitete es den Cellisten Arne Wörn, der wunderbar feinfühlig eine Bearbeitung von Henry Purcells Chaconne darbot.

Höchst beeindruckend war der Auftritt des erst elfjährigen Limon Fuchs. Auf dem Xylofon zündete er mit dem Stück Erinnerung an Zirkus Renz ein virtuoses Feuerwerk – und grinste zwischen den Läufen verschmitzt ins Publikum. Nebenbei unterstützte er das Flötenorchester auch souverän auf dem Schlagzeug.

Die Vielseitigkeit des Alphorns

Nicht zuletzt trat Yvonne Scharl mit einem sehr schweizerischen Instrument auf: dem Alphorn. Selten hört man dieses zusammen mit Blockflöten und seltener hört man es mit ihnen Blues und Swing spielen. Dass beides hervorragend geht, zeigte sich mit der Alphorn-Suite von Allan Rosenheck. Mit ihr konnte man sich vorführen lassen, wie viel Potenzial in diesen Instrumenten steckt – wie viel gerade auch jenseits der Zuschreibungen möglich ist, die sich in unseren Köpfen verfestigt haben.

Das Publikum war sehr angetan von dem ungewohnten Klangerlebnis. «Die Einsätze kommen und kommen. Ich bin beeindruckt von der Genauigkeit und Präzision dieses Orchesters», sagte etwa Heidi Weber aus Altstetten. «Es ist zudem eine ganze Breite von Stilen vertreten, ein sehr abwechslungsreiches Programm.» Auch Jürg Marthaler aus Birmensdorf fühlte sich unterhalten: «Gegen Schluss wurde die Musik extrem aufgelockert», meinte er. «Besonders spannend fand ich den Auftritt mit Limon Fuchs und das ungewöhnliche Zusammenspiel mit dem Alphorn.»