Wer im Restaurant Mühleacker auf eine warme Mahlzeit hofft, wird momentan enttäuscht: Seit Mai ist die Gaststätte geschlossen. Das ändert sich schon bald. Ein neuer Pächter übernimmt das «Mühleacker», das ab Januar 2018 wieder an mindestens fünf Tagen in der Woche geöffnet hat.

Der Pachtvertrag sei bereits unterzeichnet, schreibt der Schlieremer Stadtrat in einer Mitteilung. «Die Frage nach einem neuen Pächter wurde oft gestellt», sagt Susanne Tanner, Abteilungsleiterin Alter und Pflege, «wir freuen uns, nun eine Lösung gefunden zu haben».

Der neue Pächter ist in Schlieren nicht unbekannt. Franco Salihi, der seit einigen Jahren das Lokal des Tennisclub Schlieren betreibt, wird zusammen mit seiner Frau und einem Koch dafür sorgen, dass hungrige Mäuler und knurrende Mägen ab Januar 2018 wieder verpflegt werden.

«Wieder ein offenes Restaurant im Quartier zu haben, belebt die Nachbarschaft», sagt Stadtrat Christian Meier. Er hoffe sehr, dass die Gaststätte, die auch den Mittagstisch der Senioren anbietet, ebenfalls am Abend geöffnet sein wird. Auch Tanner ergänzt: «Wir würden einen abendlichen Betrieb sehr begrüssen.»

Salihi überzeugte

Dass man mit Salihi einen Pächter gefunden habe, der das Restaurant als Familienbetrieb führt, sei die optimale Lösung, sagt Tanner. Denn es sei nicht einfach, die etwas versteckt liegende Lokalität gewinnbringend zu betreiben. Die Stadt habe sich von Anfang an dagegen entschieden, das Restaurant selber zu betreiben. «Es wäre für den Steuerzahler viel zu teuer geworden und wir könnten es auch gar nicht, da uns dazu die Erfahrung fehlt», sagt Meier.

Die Verantwortlichen seien gleich zu Beginn der Suche nach einem Nachfolger von Salihi überzeugt gewesen. Seine Ideen und Visionen würden gut mit den Vorstellungen der Stadt zum «Mühleacker» übereinstimmen, führt Tanner aus. Und auch Meier sagt, dass Salihis Konzept von Anfang an «einfach gepasst» habe, sodass man gar nicht nach anderen, möglichen Pächtern Ausschau gehalten habe, sondern die Pläne gleich mit Salihi konkretisierte.

Das «Mühleacker» zu betreiben, ist keine einfache Aufgabe. An der nicht optimalen Lage, versteckt im Quartier, scheiterte bereits der letzte Pächter. Der Umsatz fehlte. Der Verein Sintegra schloss die Gaststätte im letzten Mai, damals ohne Anschlusslösung. «Sie führten das Restaurant nicht wie Gastronomen», sagt Tanner. Irgendwann sei klar geworden, dass mit den damaligen Öffnungszeiten – das Restaurant war nur am Mittag offen – das «Mühleacker» nicht wirtschaftlich betrieben werden könne.

Seit der Schliessung werden die im «Mühleacker» wohnenden Senioren, die aktuell keinen eigenen Mittagstisch mehr haben, vom nahegelegenen Alterszentrum Sandbühl aus beliefert. Doch dieses habe mit so vielen zusätzlichen Menüs seine Kapazitätsgrenzen erreicht, so Tanner. Umso grösser ist bei der Stadt die Freude, dass im «Mühleacker» schon bald wieder die Kochlöffel geschwungen werden. Tanner sei «absolut überzeugt», dass Salihi mit dem Restaurant erfolgreich sein werde.