Dietikon

Ein neuer Pool-Lift macht das Baden im Fondli einfacher und sicherer

Sie haben den Pool-Lift offiziell eingeweiht (von links): Bruno Rabe, Leiter Amt für Umwelt und Gesundheit, Michael Weber, Leiter Sicherheits- und Gesundheitsabteilung, Stadtrat Heinz Illi (EVP), Ender Vardar, Arthur und Liliane Huber-Müller und Florian Gretler.

Sie haben den Pool-Lift offiziell eingeweiht (von links): Bruno Rabe, Leiter Amt für Umwelt und Gesundheit, Michael Weber, Leiter Sicherheits- und Gesundheitsabteilung, Stadtrat Heinz Illi (EVP), Ender Vardar, Arthur und Liliane Huber-Müller und Florian Gretler.

Menschen mit Beeinträchtigung gelangen durch den neuen mobilen Pool-Lift nun einfacher in die Schwimmbecken der Badi Fondli in Dietikon.

«Ich lasse Sie jetzt runter», wird Liliane Huber-Müller von Badmeister Florian Gretler vom Dietiker Frei- und Hallenbad Fondli vorgewarnt. Auf dem weissen Schalensitz angeschnallt, senkt sich die Dietikerin so immer weiter ins Wasser, bis sie bis zur Brust im kühlen Nass eingetaucht ist. Dann löst sie den Gurt, gleitet elegant vom Sitz und ist bereit, ihre Längen zu schwimmen.

Huber-Müller ist seit nun zehn Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. «Schwimmen ist die einzige sportliche Aktivität, die ich noch ausführen kann. Während des Sommers sind mein Mann und ich darum fast jeden Tag in der Badi.» Umso wichtiger ist es deshalb für sie, dass sich das Fondli einen mobilen Pool-Lift angeschafft hat. Dieser erleichtert beeinträchtigten Menschen den Zugang zu den Schwimmbecken. Dazu muss Huber-Müller von ihrem Rollstuhl auf den Sitz des Pool-Lifts wechseln. Wenn sie sich angeschnallt hat, wird der an einem Gelenkarm befestigte Sitz über den Beckenrand geschwenkt und kann ins Wasser gelassen werden.

Im Frei- und Hallenbad einsetzbar

Am Donnerstag wurde die Neuanschaffung offiziell eingeweiht. Huber-Müller demonstrierte, wie der Pool-Lift funktioniert. Beobachtet wurde sie von Stadtrat Heinz Illi (EVP), dem Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung, Michael Weber, und dem Leiter des Amts für Umwelt und Gesundheit, Bruno Rabe. «Es gab lange keine Nachfrage nach einem solchen Lift, bis sich Frau Huber-Müller bei uns gemeldet hat», sagt Illi. Ihre Anregung sei die Initialzündung für das Projekt gewesen. Man habe eine rasche, unkomplizierte Lösung angestrebt und sich dann für ein mobiles Modell entschieden. «Dieses kann im Frei- und im Hallenbad eingesetzt werden», sagt Illi. Für das Fondli sei die Beschaffung des Pool-Lifts sehr wichtig, so Illi. «Den Leuten, die sowieso schon körperlich eingeschränkt sind, sollten möglichst viele Barrieren aus dem Weg geräumt werden.»

«Es ist ziemlich leicht zu bedienen»

«Durch den Lift ist das Ein- und Aussteigen viel sicherer geworden», sagt Huber-Müller. Beim Transfer vom Rollstuhl zum Sitz des Liftes würde zwar immer noch ein Restrisiko bestehen, aber dabei könne sie auf die Hilfe ihres Mannes oder eines Angestellten des Fondli zählen. Für diese hat sich durch die Anschaffung des Pool-Lifts ebenfalls einiges vereinfacht, sagt Badmeister Ender Vardar. Früher hievten sie die beeinträchtigten Badegäste jeweils mit Muskelkraft in die Becken und wieder hinaus. Zum neuen Gerät erhielten er und sein Team von Betriebsleiter Daniel Schoch eine Instruktion. «Es ist ziemlich leicht zu bedienen», sagt Vardar.

Gemäss Bruno Rabe habe man bei der Auswahl des Modells vor allem darauf geachtet, dass der Sitz genügend angehoben werden kann, um über die Überlaufkante zu kommen. Zudem wird der Pool-Lift mit austauschbaren Akkus betrieben und ist somit stets einsatzbereit. «Jetzt geht es darum, Erfahrungen zu sammeln. Wie oft der Lift eingesetzt wird, wissen wir dann im nächsten Sommer», sagt Rabe. Für Huber-Müller hat sich die Anschaffung aber jetzt schon gelohnt.

Eine weitere Badi im Limmattal ist seit diesem Jahr barrierefrei. Das Bio- und Gartenbad Im Moos in Schlieren schaffte sich Ende Juni einen mobilen Pool-Lift an.

Autor

Sebastian Schuler

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