Uitikon
Bibliothekentipp: Ein modernes Märchen, das viele aktuelle Fragen aufwirft

Julia Nipkow, Bibliothekarin in Uitikon, hat mit Freude «Die Erfindung der Sprache» gelesen. Der Roman handelt von Sprache und Sprachlosigkeit und begleitet eigenwillige und liebevoll beschriebene Menschen, die trotz Wirrungen und Herausforderungen immer wieder zusammenfinden.

Ursula Eigenmann*
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Nicht zuletzt das Buchcover mit Leuchtturm hat Bibliothekarin Julia Nipkow auf der Suche nach Ferienlektüre angesprochen.

Nicht zuletzt das Buchcover mit Leuchtturm hat Bibliothekarin Julia Nipkow auf der Suche nach Ferienlektüre angesprochen.

zvg

Julia Nipkow arbeitet seit Juni 2021 in der Bibliothek Uitikon. Die gelernte Bibliothekarin machte in den letzten Jahren einen Abstecher ins Lehramt. Ihre Freizeit verbringt sie vor allem mit ihrer Familie. Auch liebt sie Inselferien und lange Streifzüge in der Natur.

Entspannung findet sie beim Hören von klassischer Musik und Schauen skandinavischer TV-Serien. Den Roman «Die Erfindung der Sprache» hat sie besonders gerne gelesen. Im Interview erklärt sie, was das Buch ausmacht.

Warum hast du zu diesem Buch gegriffen?

Kurz vor den Sommerferien hat mir einer unserer Kunden das Buch sehr empfohlen. Ich war auf der Suche nach Ferienlektüre – da wir Ferien an der Ostsee geplant hatten, sprach mich auch das Cover mit dem Leuchtturm sehr an.

Worum geht es in der ­Geschichte?

In diesem Roman geht es um viele eigenwillige, von der Autorin liebevoll und unvergesslich beschriebene Menschen, die zusammenfinden, auseinandergerissen werden und nach vielen Wirrungen wieder zueinanderkommen. Da ist die Hauptfigur Adam Riese, ein Dozent für Sprachwissenschaften, der autistische Züge und eine grosse Begeisterung für Rilke hat. Dann seine Mutter Oda sowie seine Grosseltern Leska und Ubbo aus Tschechien. Und sein Vater Hubert, der kurz nach Rieses 13. Geburtstag spurlos verschwand. Da wären ausserdem noch die Tiersprachforscherin Zola und Buchhändlerin Undine Abendroth. Und dann taucht auch noch eine Katze auf.

Eben gelesen

Jeden Monat präsentiert eine Bibliothekarin oder ein Bibliothekar aus dem Limmattal ein Buch, eine DVD oder ein Spiel, die sie selbst kürzlich entdeckt haben. Die Rubrik der Limmattaler Zeitung ist in Zusammenarbeit mit den Bibliotheken des Bezirks Dietikon entstanden.

Was sind die wichtigsten Themen des Romans?

Sprache, Sprachen und Poesie spielen eine grosse Rolle in diesem Buch. Sprache als Verbindung zwischen Menschen, Tieren und Kulturen. Und Sprachlosigkeit, Verstummen als Abgrund zwischen Individuen, der manchmal nur schwer zu überbrücken ist. Genau das aber gelingt in dieser Geschichte – nach einer rasanten, lustigen und wunderbar farbig-poetisch geschilderten Reise quer durch Europa. «Die Erfindung der Sprache» ist ein modernes Märchen, welches hinter dem Fantastischen viele aktuelle Daseinsfragen aufwirft und uns mögliche Antworten aufzeigt.

Wem würdest du dieses Buch empfehlen?

Diesen Roman würde ich allen empfehlen, die Freude an einer originellen, fantasievollen und witzigen Geschichte haben, welche ernsthafte Themen nicht ausspart. Die Handlung ist für Menschen verschiedenen Alters interessant und zeigt Perspektiven von Frauen und Männern auf. Familie in all ihren Facetten spielt eine grosse Rolle – also auch ein Buch für alle, welche sich mit den nicht immer einfachen Beziehungen zwischen ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten beschäftigen.

*Ursula Eigenmann ist die Leiterin der Bibliothek Uitikon.

Buchtipp

«Die Erfindung der Sprache»

Anja Baumheier, Kindler, 2021

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