Gute Nachrichten für die Gemeinde Weiningen: Der neue Halbanschluss und der Autobahn-Deckel beim westlichen Gubrist-Portal auf der Autobahn A1, auf der es wegen der enormen Verkehrsbelastung regelmässig stockt und staut, kann im Detail geplant werden. Die Plangenehmigungsverfügung dafür ist rechtskräftig. Während der gesetzlichen Frist sind keine Beschwerden eingegangen, wie das zuständige Bundesamt für Strassen (Astra) mitteilt. «Das ist ein Meilenstein für uns», sagt Mediensprecher Jérôme Jacky. Denn damit seien nun alle Teile des Gesamtprojekts «Ausbau Nordumfahrung Zürich» rechtskräftig. Der Kern des Ausbaus ist die Erweiterung der Nordumfahrung von derzeit vier auf mindestens sechs Spuren. Voraussetzung dafür ist der Bau der dritten, dreispurigen und drei Kilometer langen Gubriströhre. Die Mineure haben unterdessen einen Drittel herausgebrochen. Der Durchstich in Weiningen erfolgt laut Astra im Sommer 2020.

Nun kann mit der Detailprojektierung des Gubrist-Deckels und des neuen Halbanschlusses begonnen werden. «In einem weiteren Schritt wird die Submission vorbereitet und die Bauarbeiten werden ausgeschrieben», sagt Jacky. Das 163,5 Millionen Franken teure Projekt beinhaltet die Verschiebung des bestehenden Halbanschlusses Weiningen um 200 Meter Richtung Verzweigung Limmattal sowie die Überdachung des westlichen Portals auf einer Länge von 100 Metern über alle drei Tunnelröhren. Der Deckel wurde auf Drängen der Gemeinde Weiningen und nach jahrelangem juristischen Seilziehen in das Projekt aufgenommen. Die Gemeinde forderte gar eine Überdachung von 270 Metern.

Ein Thema seit Jahren

Auch in Weiningen ist man froh über die Neuigkeiten. «Es freut mich sehr, dass dies nun so sang- und klanglos ohne Einwände über die Bühne gegangen ist», sagt Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos). Eine Überraschung ist es für ihn aber nicht. «Ich bin davon ausgegangen, dass es keinen Widerstand geben wird.» Das Thema beschäftige das Dorf nun schon seit über zehn Jahren. «Das Bedürfnis, dass es vorwärtsgeht, ist gross», sagt Okle.
Das grüne Licht für die Plangenehmigungsverfügung bedeutet nun auch für Weiningen Arbeit. Denn nicht nur der Bund ist in den Bau des Gubrist-Deckels involviert, sondern auch die Gemeinde mit der Erstellung des Rad- und Gehwegs samt Passerelle über das Autobahn-Portal und die Umfahrungsstrasse. Dafür bewilligten die Weininger Stimmberechtigten Ende September 2018 einen Gemeindebeitrag von rund 3,5 Millionen Franken. Damit sicherte sich Weiningen auch das kostenlose Baurecht für den Deckel vom Kanton. Dieser erhielt das zinsfreie Baurecht von der eigentlichen Eigentümerin, dem Astra, weil er die Mehrkosten von 5 Millionen Franken übernimmt, um die Überdachung bebaubar zu machen.

Die Hauptarbeiten für den Halbanschluss und die Überdeckung sollen voraussichtlich Ende 2020 beginnen. Die Gemeinde strebt laut Okle ein koordiniertes Vorgehen mit dem Astra für die Planung der Betonarbeiten an. Auf dem Deckel sollen ein Feuerwehrgebäude, ein Werkhof und eine Wertstoffstammelstelle entstehen. Das Angebot und die Dienstleistungen sollen dabei nicht nur den Weiningerinnen und Weiningern alleine zugutekommen. «Wir sind im Gespräch mit Unterengstringen. Es besteht das Interesse, dass die Räumlichkeiten gemeinsam genutzt werden», sagt Okle. Und auch sonst sei man offen, anderen Gemeinden die künftige Infrastruktur auf dem Deckel zur Verfügung zu stellen. Eine solche Zusammenarbeit dürfte aber noch eine Weile dauern. Das Astra rechnet mit der Fertigstellung des Halbanschlusses und des Deckels im Jahr 2025. Dann sollen auch die dritte Röhre fertig und die beiden bestehenden Tunnels saniert sein.