Erfahrungsbericht

Ein Marathon durchs Limmattal: So erlebte ich mein Praktikum inmitten der Coronakrise

Während des Praktikums bei der LiZ joggte Monia regelmässig durchs Limmattal, um die Gegend besser kennenzulernen.

Während des Praktikums bei der LiZ joggte Monia regelmässig durchs Limmattal, um die Gegend besser kennenzulernen.

Neue Aufgaben, Bekanntschaften und eine neue Umgebung: Auf diese Dinge habe ich mich vor meinem Einsatz als Online-Praktikantin bei der «Limmattaler Zeitung» sehr gefreut. Am 1. März kam ich pünktlich im CH-Media-Hauptsitz in Aarau an. Eine zweiwöchige Einarbeitungszeit auf der Zentralredaktion stand auf dem Programm, bevor ich in die Dietiker Lokalredaktion wechseln durfte.

Coronabedingt wurde ich nach dem Einarbeiten ohne Umweg ins Homeoffice verbannt, ohne die Dietiker Redaktion vor Ort persönlich kennen zu lernen. Kontakt hatten wir ausschliesslich per Videokonferenz, Telefon, Chat und E-Mail. Schnell merkte ich, dass ich mir noch einiges geografisches und allgemeines Wissen aneignen muss. Als eingefleischte Zürcher Oberländerin waren das Limmattal und insbesondere Begriffe wie die Zeus-Bar, die Nötzliwiese oder das Kloster Fahr etwas völlig Neues für mich.

Um die Gegend trotz Homeoffice besser kennen zu lernen, habe ich mich während des Lockdowns bei meinem Freund in der Aargauer Gemeinde mit dem berühmten Fressbalken einquartiert. Sozusagen am Rand des Limmattals. Von Würenlos aus joggte ich sodann täglich in Richtung Zürich. Das ist eine der wenigen Tätigkeiten im öffentlichen Raum, die das Bundesamt für Gesundheit im Lockdown empfohlen hatte.

Je nach Tageszeit lief ich einer Biberfamilie in Glanzenberg oder Füchsen in Oetwil über den Weg. Je öfter ich unterwegs war, desto mehr sah ich. Zum Beispiel Spielplätze und Gebäude, die ich aus der «Limmattaler Zeitung» kannte. So entstand ad hoc eine Challenge, vor die ich mich selbst stellte: ein Marathon durchs Limmattal. Ich beschloss, die Dauer keine Rolle spielen zu lassen. Denn das Coronavirus, welchem ich über Ostern die Stirn bot, wirkte sich auf meine Laufzeit aus. Der Fokus lag darauf, an einem Tag durch möglichst viele Limmattaler Gemeinden zu rennen.

Das tat ich dann auch: Der Startschuss fiel in Oetwil. Der Himmel war so blau wie das Dietiker Wappen und meine Motivation gross. Ich sprintete durch das Industriequartier Silbern, am Rapidplatz vorbei Richtung Fahrweid. Auf der anderen Limmatseite lief ich schwitzend flussaufwärts, bis ich beim Kloster Fahr ankam. Auf dem Weg ins Oberengstringer Dorfzentrum passierte ich zufällig das Gemeindehaus von Unterengstringen, welches ich lediglich von Bildern kannte. Auf dem Heimweg verlief meine Route durch Schlieren und Urdorf, wo ich das Limmi sichtete. Beim Bahnhof Glanzenberg musste ich vor Erschöpfung die weisse Fahne hissen. Tagesbilanz: Den ganzen Tag unterwegs und gesamthaft 44,2 km zurückgelegt. Nach dem Marathon und unzähligen Jogging-Sessions im kleineren Rahmen kann ich heute behaupten, mich im Limmattal auszukennen.

Nebst Antikörpern – die mich anscheinend doch nicht vor einer zweiten Ansteckung schützen – nehme ich dementsprechend jede Menge geografisches und auch redaktionelles Wissen aus dieser Zeit mit. Mein Praktikum während des Aufkommens des Coronavirus zu absolvieren, war eine faszinierende und aussergewöhnliche Erfahrung – auch wenn ich den Grossteil meiner Redaktionskollegen nur via Videokonferenz kennen lernen durfte.

Zur Person

Monia Rosenow, 22, arbeitete von 1. März bis 31. August als Online-Praktikantin für die «Limmattaler Zeitung». Jetzt studiert sie Multimedia Production an der Fachhochschule Graubünden.

Monia Rosenow, 22, arbeitete von 1. März bis 31. August als Online-Praktikantin für die «Limmattaler Zeitung». Jetzt studiert sie Multimedia Production an der Fachhochschule Graubünden.

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