Greg Manning erobert die USA. Dies dank Funk, Jazz und Soul sowie schweizerischem Durchhaltevermögen. Die vorläufige Krönung einer Karriere, welche vom Limmattal in die Staaten führte.

Wovon viele Musiker jeglicher Couleur träumen, gelang dem Limmattaler spielend – im wahrsten Sinne des Wortes: Der Keyboarder und Komponist steht in den Staaten mit der Single «Dance with You» auf Platz 1 der «Smooth Jazz Billboard Charts Most Added». Sein Hit, eine unwiderstehliche Kombination aus Funk, Jazz und Soul, lädt die Amis zum Tanzen ein.

«Ein toller Erfolg, die Radiostationen spielen mein Lied rauf und runter!», schwärmt Manning. Der 1965 in Nigeria geborene, aber in Weiningen aufgewachsene Gregory Wachter, so sein Geburtsname, geniesst seinen Triumph. «Dance with You» markiert sein Debüt als Solo-Künstler.

Chart-Platzierungen sind eine wichtige Auszeichnung; das US Billboard-Magazin unterhält derzeit mehr als 80 Hitlisten. Eine Nr. 1 verhilft zum Einstieg in die «wichtigste», die Billboard Hot 100. Greg Manning verteidigt dort Platz 18. «Eine bessere Werbung gibt es nicht», meint der Musiker, «ich erhalte nun viele Angebote für Gigs in Jazz-Clubs.».

Ohne Fleiss kein Preis

Musik wurde Manning in die Wiege gelegt. Sein Vater Toni Wachter ist der ehemalige Musik-Chef vom Schweizer Fernsehen. «Er ist von meinem Erfolg hin und weg, beinahe mehr als ich selbst», lächelt der Künstler. Ein Schelm ist, wer an «Vitamin B» denkt. Denn auch für Greg Manning galt: Ohne Fleiss kein Preis.

Mit 12 Jahren nahm er seinen ersten Klavierunterricht, um später am angesehenen Berklee College of Music in Boston zu studieren. Erste Beachtung erreichte Manning, als er für das Musical Keep Cool sowie Viktor Giacobbos Kunstfigur Harry Hasler Songs komponierte. Schnell erlangte Manning den Ruf eines ausgezeichneten Musikschaffenden.

«Zu amerikanisch» für die Schweiz

Als Solo-Künstler war er für hiesige Plattenfirmen aber zu «amerikanisch». «Sie lobten mein Talent, aber für eine CD war ich nicht kommerziell genug.» Greg Manning verstand das als Aufforderung. Zusammen mit seiner Frau Toshimi zog er 1997 nach Atlanta, fünf Jahre später nach Los Angeles. Die Konkurrenz in den Staaten war riesig. «Hunderte erstklassige Künstler buhlen in Los Angeles um einen Job. Ein hartes Pflaster.»

Aber Manning hatte Glück: Er stand in Kontakt mit Sänger Jonathan Butler. Beide hatten in der Band von Sandra Studers TV-Show «Takito» gespielt. Als Butler vom Neuankömmling hörte, genügte ein Anruf und Manning war an Bord. «So läuft das hier in Amerika», erklärt Manning. Er hat selber erlebt, wie unkompliziert.

So tönt der Limmattaler Greg Manning

So tönt der Limmattaler Greg Manning

Der Erfolg mit «Dance with You» ist die vorläufige Krönung seiner Karriere. Die Liste an erfolgreichen Zusammenarbeiten ist lang. Gegenwärtig arbeitet Greg Manning an einem Album mit Saxofonist Gianni Vancini. Auch in der Schweiz ist er immer wieder aktiv, jüngst beim Kampf der Chöre.

Auch Stars kochen mit Wasser

Zudem ist Greg Manning Teil der Formation «The Jazzmatics», deren Besetzung sich wie das «Who is who» der amerikanischen Musikszene liest. Etwa Madonna oder Elton John wissen um das versammelte Talent. «Im ersten Moment war ich ehrfürchtig, habe aber festgestellt, dass diese Künstler auch nur mit Wasser kochen.»

Nun folgt für Manning erneut ein grosser Schritt: von Amerika hinaus in den Rest der Welt. Im April tritt er mit Sängerin und Grammy-Gewinnerin Jody Watley in Japan auf. Die Reise ins Land der aufgehenden Sonne ist zugleich ein Heimspiel: Gregs Ehefrau Toshimi ist, wie der Name verrät, Japanerin. Rund ums Konzert sind Familienbesuche eingeplant. Und bald folgt wieder ein Abstecher nach Weiningen.

www.greg-manning.com