Triathlon

Ein Limmattaler geht auf Hawaii mit den weltbesten Athleten an den Start

Jürg Mallepell bereitet sich auf den Ironman vor – bei feuchtheissen Temperaturen auf Hawaii. zvg

Jürg Mallepell bereitet sich auf den Ironman vor – bei feuchtheissen Temperaturen auf Hawaii. zvg

Beim Ironman auf Hawaii am Samstag sind vier Limmattaler dabei, darunter auch Jürg Mallepell.

Was für Leichtathleten die Olympischen Spiele sind, ist für Triathleten der Ironman auf Hawaii. Übermorgen findet die diesjährige Ausgabe des härtesten Triathlons der Welt auf Big Island statt, der grössten der hawaiianischen Pazifikinseln, genauer in Kailua-Kona. Etwa 1500 Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt werden dann 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer mit dem Fahrrad unterwegs sein und 42,2 Kilometer rennen.

Auch vier Limmattaler werden am Start sein. Der Jüngste von ihnen ist der Uitiker Pascal Boll. Er hat den Ironman Zürich in der Kategorie der 18- bis 24-Jährigen mit einer fantastischen Zeit von unter zehn Stunden gewonnen. Dann die Dietikerin Sonja Blum. Sie wurde in Zürich Zweite bei den 40- bis 44-Jährigen und ist zum ersten Mal auf Hawaii dabei – ebenso wie die Altstetterin Barbara Kuster, die in Zürich in der Kategorie der 55- bis 59-Jährigen gewonnen hat.

Der Ironman auf Hawaii: Nur für Hartgesottene.

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Am meisten Erfahrung bringt aber der Vierte im Bunde mit: Jürg Mallepell. Der Urdorfer hat bereits 2004 auf Hawaii teilgenommen und startet bei den 60- bis 64-Jährigen.

Seit einer Woche befindet sich Mallepell auf Big Island und bereitet sich auf den Wettkampf vor. Für ihn geht es in erster Linie darum, sich ans Klima zu gewöhnen. «Vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit», sagt Mallepell. «Aktiv unternehmen kann man nicht viel. Man muss sich und dem Körper einfach Zeit lassen und langsam die Belastung hochfahren.»

Training auf Originalstrecken

Im eigentlichen Sinne trainiert Mallepell aber nicht. «Mir geht es vielmehr darum, mich mit der Schwimm-, Rad- und Laufstrecke anzufreunden», erklärt er. Daher startete er am vergangenen Samstag auf der Original-Ironman-Schwimmstrecke über 3,8 Kilometer. Und das durchaus erfolgreich: «Ich war etwa eine Minute schneller als beim Ironman Switzerland.» Auch die Radstrecke hat der Urdorfer erkundet. «Ich bin die 90 Kilometer vom Wendepunkt in Hawi mit dem Rad zurückgefahren», erzählt Mallepell. Dabei habe er sich einen Platten eingefangen. «Die Lavasteine sind messerscharf.» Aber Ziel sei es ohnehin gewesen, sich mit der Hitze und dem Wind anzufreunden.

Beim Laufen hingegen sei die Dosierung sehr wichtig. «Dort ist weniger mehr», erklärt Mallepell. Daher ist er bisher nur etwa eine Stunde gelaufen. «Dabei lasse ich es auch bewenden.»

Individuelle Vorbereitung

Die Athleten trainieren fast ausschliesslich auf den Wettkampfstrecken. Daher wimmle es teilweise nur so von Athleten, sagt Mallepell. «Zu Beginn der Woche haben vor allem die Ausländer trainiert. Nun sind auch noch die Amerikaner dazugekommen.» Das Vorbereitungsprogramm jedes Athleten ist aber individuell. Das gilt auch für die Limmattaler. «Wir sind alle an verschiedenen Tagen angereist», erklärt Mallepell. Barbara Kuster und Sonja Blum zum Beispiel sind später auf Hawaii angekommen. «Daher konnten sie am vergangenen Samstag nicht beim Testschwimmen teilnehmen.»

"Achtung - Athleten am Trainieren"

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Tagsüber ist also Training angesagt. Abends dagegen entspannt sich Mallepell. Seine Frau ist ebenfalls mitgereist. «Am Abend gehen wir den Tag nochmals durch und besprechen die Aktivitäten des nächsten Tages», sagt der Urdorfer. «Ansonsten geniessen wir die freie Zeit zusammen.»

Schon übermorgen ist es mit dem Geniessen endgültig vorbei. Dann gilt es ernst. Zu absolvieren sind über 200 Kilometer im Wasser, zu Fuss und auf dem Rad – und das bei Temperaturen über 30 Grad. Eine körperliche Schinderei, die auf die Athleten jedoch eine grosse Faszination ausübt. Warum eigentlich? «Es handelt sich hier ja um die Ironman World Championship, das heisst, man steht mit den weltweit besten Pro-Athleten am Start», erklärt Mallepell. «Für diesen Wettkampf musste man sich erst mal qualifizieren. Wenn man das schafft, weiss man, dass man das Beste aus seinen Möglichkeiten gemacht hat.»

Diese Tatsache löst bei Jürg Mallepell verständlicherweise auch einen gewissen Nationalstolz aus. «Natürlich kommen bei der Nationenparade schweizerische Gefühle hoch», gibt er zu. «Aber in erster Linie ist der Start auf Hawaii eine Belohnung für den Athleten selbst. Denn es ist kein Wettkampf wie jeder andere.»

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