«Ich war sprachlos. Damit habe ich nun gar nicht gerechnet», sagt Argetim Nasufi. Der 19-jährige Dietiker hat an den Sanitärinstallateur-Berufs-Schweizer-Meisterschaften alle seine Konkurrenten hinter sich gelassen und die Goldmedaille gewonnen. Nebst einem Reisegutschein im Wert von 1000 Franken und einer Urkunde hat sich Nasufi damit auch die Chance erarbeitet, die Schweiz in zwei Jahren an den Berufsweltmeisterschaften in Leipzig zu vertreten. Damit ihm das gelingt, muss er sich nächstes Jahr in der Vorausscheidung unter anderem gegen den Sanitär-Schweizer-Meister 2012 sowie die Schweizer Meister der Heizungsinstallateure der Jahre 2011 und 2012 durchsetzen.

Soweit voraus will Nasufi allerdings noch nicht blicken. «Schon die Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften war ein Erfolg. Mein Ziel war es, mein Bestes zu geben und Spass zu haben», erklärt er. Dass es am Ende sogar zum Titel gereicht habe, sei sicher auch auf das Quäntchen Glück zurückzuführen, das man an Wettkämpfen brauche. «Natürlich habe ich auch zweite gute Tage erwischt», so Nasufi.

Sauber und exakt

Diese Einschätzung kann Bruno Rathgeb, Fachlehrer an der Technischen Fachschule in Winterthur und Trainer des Schweizer Meisters, nur teilen. «Er hat ruhig, selbstständig und auf qualitativ gewohnt hohem Niveau gearbeitet», sagt Rathgeb. Überhaupt seien alle Teilnehmer nahe beieinandergelegen. «Das zeigt, dass nur die Besten an den Meisterschaften teilgenommen haben», hält Rathgeb fest. Bedingung, um ins Teilnehmerfeld aufgenommen zu werden, sei ein überdurschnittliches Zeugnis an der Lehrabschlussprüfung. Verlangt werde mindestens eine Note fünf.

«Das Zünglein an der Waage hat an diesen Schweizer Meisterschaften die Genauigkeit gespielt. Argetim hat seine Aufgabe sehr sauber und exakt gelöst», so Rathgeb. Etwas, das dem zweiten Limmattaler Teilnehmer, Miriton Bixhaku, ebenfalls aus Dietikon, gefehlt habe, um ganz vorne mitzumischen. «Auch er hat seine Aufgabe in der gewünschten Zeit erfüllt. Hätte er noch präziser gearbeitet, wäre unter Umständen auch ein Medaillenrang möglich gewesen», erklärt Rathgeb. So hat es für Bixhaku, wie für alle anderen Teilnehmer, die keinen Medaillenrang belegten, auf den geteilten vierten Platz gereicht.

Trotz der verpassten Medaille darf sich auch Miriton Bixhaku ein wenig als Sieger fühlen. Zusammen mit Jeton Abdulai, einem weiteren Teilnehmer, ist er dafür verantwortlich, dass der spätere Sieger überhaupt die Schweizer Meisterschaften bestritten hat. «Die beiden haben mich erst dazu gebracht, mich für die Meisterschaften anzumelden», sagt Argetim Nasufi. Dafür sei er ihnen natürlich sehr dankbar. Und auch seinen Eltern wolle er für die Unterstützung danken. «Ich werde ihnen den Reisegutschein schenken, damit sie wieder einmal Urlaub machen können», so Nasufi. Er selber habe noch genügend Möglichkeiten in seinem Leben, um in die Ferien zu fahren.

Vorderhand dürfte Nasufi sowieso kaum Zeit haben, in Urlaub zu fahren. «Er ist ein gefragter Mann und wird von sämtlichen Publikationen des Branchenverbandes porträtiert oder interviewt», so Rathgeb. Der Titel bringe aber nicht nur Pflichten mit sich. «Er hat sicher eine gute berufliche Zukunft vor sich. Der Erfolg zeigt, dass er weiter ist als ein normaler Lehrabgänger», sagt Rathgeb. Nasufi selber will dereinst die Meisterprüfung absolvieren und möglicherweise im Ausland arbeiten.