Dietikon
Ein Leck im Schwimmbad Fondli führte zu unüblichem Wasserverbrauch

Der erhöhte Energieverbrauch im Hallenbad Fondli wirft Fragen auf. In einer Interpellation hatte CVP-Gemeinderat Max Wiederkehr den Stadtrat aufgefordert, zu erklären, weshalb diese nach der Sanierung gestiegen seien.

Aleksandra Hiltmann
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Hallenbad Fondli während der Hauptreinigung (Archiv)

Hallenbad Fondli während der Hauptreinigung (Archiv)

Die Energiedaten, Wasserverbräuche und Eintrittszahlen des Dietiker Hallenbads Fondli seien in den ersten zwei Betriebsjahren nach der in den Jahren 2006 bis 2007 erfolgte Sanierung «im erwarteten Bereich» gelegen. Dies schreibt der Stadtrat in der Antwort auf eine Interpellation des Dietiker Gemeinderats Max Wiederkehr (CVP).

Dieser hatte bemerkt, dass die Gesamtenergiekosten in den Jahren 2004 bis 2010 von 147000 Franken auf 267000 Franken gestiegen waren – obwohl in den Abstimmungsunterlagen zum Sanierungskredit angekündigt worden sei, die Anlage werde zukünftig weniger Energie verbrauchen.

Höherer Verbrauch erwartet

In seiner Interpellation hatte Wiederkehr den Stadtrat aufgefordert, zu erklären, weshalb die Gesamt-Energiekosten des Hallenbadbetriebes nach der Sanierung gestiegen seien. Er wollte ausserdem wissen, ob Energieverbrauchszahlen vorliegen, ob konzeptionelle Mängel bekannt seien und ob die technischen Systeme aufgrund der Erfahrung noch betriebs- und energieoptimiert würden.

Bezüglich des Stromverbrauchs lässt der Stadtrat nun verlauten, es sei bereits bei der Sanierung bekannt gewesen, «dass inskünftig mit einem höheren Stromverbrauch zu rechnen war». Neue Normen hätten zudem verlangt, die Umwälzung des Badewassers auf die 2,6-fache Menge zu erhöhen, was eine gesteigerte Pumpen- und Filterleistung der heutigen Anlagen mit sich gebracht, beziehungsweise die Installation zusätzlicher Pumpen verlangt hätte.

Mehr Öl bei kalten Temperaturen

Der Antwort des Stadtrates lässt sich ausserdem entnehmen, dass sich der Ölverbrauch dank des Umbaus habe massiv senken lassen. Dies jedoch nur in den zwei Jahren direkt danach. In den folgenden zwei Jahren stieg der Verbrauch wieder «deutlich» an, lag jedoch immer noch knapp unter dem Verbrauch vor der Sanierung. Verschiedene Faktoren können sich laut der Antwort des Stadtrates negativ auf den Bedarf an Öl auswirken. Unter anderem erzwingen lang anhaltend tiefe Temperaturen im Winter einen erhöhten Verbrauch. Da die Badewasseraufbereitung des Freibadplanschbeckens, in welchem man eine Temperatur von 29 Gran anbieten wolle, mit dem Hallenbad verbunden ist, würden sich auch im Sommer tiefe Aussentemperaturen «direkt auf den Ölverbrauch auswirken», erklärt der Stadtrat weiter.

Nicht dem Wetter zuzuschreiben ist der Mehrbedarf an Öl, wenn dafür zusätzliche Leistungen für die Besucher angeboten werden, wie dies mit der Öffnung des Hallenbades im Sommer verhält. «Diese höhere Nutzung wirkt sich direkt auf die Menge des gemäss Normen und aufgrund der Wasserverdrängung zuzuführenden Frischwassers aus», welches zusätzlich erwärmt werden müsse.

Die angeführten Faktoren können je nach dem auch grössere Effekte auf die Finanzen zeigen – 2010 etwa sei der Preis für Heizöl laut Stadtrat «um etwa ein Drittel» gestiegen.

Leck identifiziert

Durch die Sanierung konnte, wie bereits in 2007 erstellten Hochrechnungen simuliert, der Wasserverbrauch des Hallenbades gesenkt werden, wird in der Antwort des Stadtrates festgehalten. 2009 und 2010 habe man jedoch einen «Trend nach oben» festgestellt. Der Grund dafür war offensichtlich ein Leck, welches zu einem «ungewöhnlichen Wassermehrverbrauch» geführt hatte. Es habe jedoch unterdessen identifiziert werden können.

Der Stadtrat stellt klar, dass jedoch grundsätzlich keine «konzeptionellen Mängel der erneuerten Anlage» vorliegen würden und dass die «Energiekennzahlen Wärme» im angestrebten Bereich liegen würden.

Laufende Optimierungen

Nach Betriebs- und Energieoptimierungen werde laut Stadtrat kontinuierlich gesucht. Unter anderem haben man durch den Ersatz einer mangelhaften Pumpe den «unter den Erwartungen liegenden Ertrag der Kollektorenanlage auf dem Hallenbaddach» um ein Doppeltes steigern können. Ebenfalls soll eine Sanierung des Wohnhauses an der Fondlistrasse, welches an die Heizung des Bades gekoppelt ist, Energieeinsparungen bringen.

Ebenfalls saniert werden soll das Freibad, dessen benötigtes Wasser teilweise mittels Solaranlage auf dem Stadthallendach erwärmt werden soll, was die bis anhin dafür beanspruchte Aufbereitungsanlage im Hallenbad entlastet.