Begegnungen

Ein Leben ohne Gesang kann sie sich nicht vorstellen: sie singt seit 1995 im Frauenchor Schlieren

Ursula Gächter liebt es zu singen.

Ursula Gächter liebt es zu singen.

Ursula Gächter singt seit 1995 im Frauenchor Schlieren – von Beginn an fühlte sie sich unter den Sängerinnen wohl.

Ursula Gächter bezeichnet sich selbst als geselligen und vielseitig interessierten Menschen, der gerne mit Freunden oder der Familie zusammen ist. «Andererseits liebe ich es aber auch alleine zu sein, nur mit mir und meinen Gedanken, ein Buch zu lesen und einmal gar nichts zu tun. Allein sein heisst ja nicht einsam zu sein», erklärt Gächter, die 1940 in Herzogenbuchsee geboren wurde. 1942 zog sie mit ihren Eltern nach Zürich.

Nachdem Ursula Gächter ihre kaufmännische Lehre bei der Handelsschule KV erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete sie zwei Jahre in Neuenburg, im administrativen Bereich von Suchard. Danach ging sie nach Zürich zurück und fand eine Stelle bei der Ausgleichskasse für das Bankgewerbe, wo sie als Sekretärin des Kassenleiters tätig war. Im gleichen Büro arbeitete auch eine Romande, mit der sie sich anfreundete. Bald einmal planten die beiden, für ein Jahr als Au-pair nach Kanada auszuwandern. «Im Nachhinein denke ich, dass unsere Pläne zu euphorisch waren, denn ich begegnete bald einmal meinem Bruno, den ich 1966 heiratete. Und anstatt nach Kanada auszuwandern ging ich halt nach Dietikon, was mir im Grunde aber nicht schwerfiel», erinnert sich Ursula Gächter.

Engagement in der Gemeindebibliothek

1968 beziehungsweise 1970 wurden ein Sohn und eine Tochter geboren. 1976 erfüllte sich das Ehepaar den Wunsch von einem Eigenheim und zog nach Schlieren. Labradorhündin Mira komplettierte das Glück der jungen Familie. Aufgrund der Initiative von Elsbeth von Aesch sprach das Parlament im 1976 einen Kredit für die neue Gemeindebibliothek. Zum Einrichten suchte man Helferinnen.

«Ich meldete mich sofort und 1977 feierten wir Eröffnung. Zusammen mit einer Kollegin besuchte ich den sechsmonatigen Kurs für nebenberufliche Gemeinde- und Schulbibliothekare, den die Zentralbibliothek anbot. Ich war insgesamt neun Jahre in Schlieren tätig. Danach kehrte ich in meinen angestammten Beruf zurück», erzählt Ursula Gächter, die zu dieser Zeit bei der AKAD einen Studienlehrgang für das Diplom in deutscher Muttersprache in Angriff nahm. Vermittelt wurden die verschiedenen Epochen der deutschen Literatur, Grammatik und ein kleiner Teil Geschäftskorrespondenz. Nach zwei Jahren hatte sie das Diplom in der Tasche. Dieses Studium war für sie eine Offenbarung. «Hey, ich kann es noch. Ich kann Aufsätze schreiben, Grammatik büffeln und mit Freude nochmals die Schulbank drücken», sagte sie zu sich selber.

Eine Kollegin konnte Ursula Gächter überzeugen, 1995 dem Frauenchor beizutreten. Weil sie von den Chormitgliedern mit Applaus willkommen geheissen wurde, fühlte sie sich von Anfang an sehr wohl. Zum Repertoire des Frauenchors gehört sowohl weltliches als auch geistliches Liedgut. Ob Messen, romantische Liebeslieder oder Schlager, alle singen alles mit grosser Begeisterung. Natürlich kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Denn der Frauenchor ist ein Ort, an dem Freundschaften entstehen, engagierte Diskussionen geführt und fröhliche Feste gefeiert werden. Proben finden jeden Montagabend um 20 Uhr im Singsaal des Schulhauses Hofacker in Schlieren statt, ausgenommen in den Schulferien.

«Ein Leben ohne Gesang ist wie ein Leben ohne Sonne. Der Frauenchor ist der richtige Ort, seine Sangesfreude auszuleben. Jede Frau, die gerne singt, ist bei uns willkommen. Wir freuen uns auf Interessentinnen», sagt die zweifache Mutter, die jahrelang das Ressort Finanzen des Frauenchors leitete und einige Zeit, in Personalunion mit Ursula Neuer, das Präsidium führte.


Nächste Begegnung:
Jutta Kempf, Urdorf

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