Schlieren
Ein Labor mit Familiensinn zieht ins Hochhaus

Grossumzug im Bio-Technopark: Die Esba Tech übernimmt ab November drei Stockwerke im neuen Hochhaus. Man wolle vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeitenden fördern, sagt Konstantin von Schulthess, Finanzchef der Esba Tech.

Florian Niedermann
Merken
Drucken
Teilen
Konstantin von Schulthess im Rohbau des neuen Hochhauses des Bio-Technoparks in Schlieren.

Konstantin von Schulthess im Rohbau des neuen Hochhauses des Bio-Technoparks in Schlieren.

fni

Die erfolgreichste Firma des Bio-Technoparks in Schlieren zieht um. Aus Platzgründen sind die Labors und Sitzungszimmer der Esba Tech derzeit auf zwei Gebäude an der Wagistrasse verteilt. Mit dem Hochhaus-Neubau ergab sich die Möglichkeit, die gesamte Firma in den obersten drei Stockwerken des Gebäudes unter einem Dach zu vereinen.

Novartis stellt Anforderungen

Man wolle vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeitenden fördern, sagt Konstantin von Schulthess, Finanzchef der Esba Tech und Verantwortlicher bei der Planung des neuen Standorts: «Zwei Stockwerke sind alleine für die Labors vorgesehen. Dazwischen liegt ein Gemeinschaftsstockwerk, mit dem wir einen Begegnungsort schaffen wollen.»

Dieser Teil ist auch architektonisch auf das Zusammensein ausgerichtet: Neben Sitzungszimmern und einem Grossraumbüro finden sich dort eine Bibliothek mit bequemen Sitzmöglichkeiten, eine eigene Mensa und sogenannte «Bubbles» – durch Glaswände abgetrennte Mini-Sitzungszimmer, in denenMitarbeitendeTelefonkonferenzen führen können, aber auch die Abgeschiedenheit für ein persönliches Gespräch unter vier Augen finden. «Wir wollen einen Arbeitsort schaffen, an dem sich unsere Angestellten wohlfühlen», sagt von Schulthess.

Durch die Zusammenführung der Teilbetriebe ergeben sich für die Esba Tech auch organisatorische Vorteile: Die Kommunikation zwischen Forschung, Produktion und Administration wird vereinfacht, Synergien können genutzt werden, und die infrastrukturellen Anforderungen der neuen Muttergesellschaft Novartis können direkt in die Planung mit einbezogen werden.

Die Esba Tech gehört seit 2011 der Forschungsdivision des Basler Pharmakonzerns an. Diese Angliederung kam zustande, als der vorherige Besitzer der Firma, die weltgrösste Augenmedikamente-Herstellerin Alcon, vor zwei Jahren von der Novartis aufgekauft wurde.

Der Erfolg der Esba Tech beruht auf ihrer Antikörper-Fragment-Technologie. Ganze Antikörper-Moleküle sind meist zu gross, als dass sie das Körpergewebe durchdringen können. In den Schlieremer Labors gelang es nun, sogenannte «Single-Chain-Antibody-Fragments» herzustellen. Diese bestehen nur noch aus den wichtigsten Bestandteilen eines Antikörper-Moleküls, sollen aber genauso wirksam sein wie ein ganzes Molekül. Gleichzeitig erhofft man sich von ihnen, dass sie weniger Nebenwirkungen mit sich bringen, dass sie im Körper zielgerichteter wirken und dass sie schneller wieder abgebaut werden können.

Standort Schlieren unbestritten

Die Esba Tech hat sich in ihrer Forschung auf Antikörperfragmente für Augenmedikamente spezialisiert. Zwei ihrer Produkte haben bereits zwei von drei Prüfphasen erfolgreich bestanden. Bestehen sie auch Phase drei, so wird die Novartis in drei bis vier Jahren ein erstes Medikament auf den Markt bringen, das auf der Technologie der Esba Tech basiert.

Trotz der Angliederung der Firma an den Basler Grosskonzern fiel der Firmenleitung der Entscheid, den Sitz in Schlieren zu belassen, leicht, wie von Schulthess erklärt: «Wir fühlen uns sehr wohl hier. Es ist gut, zu wissen, dass wir in der Gewerbe- und Handelszentrum Schlieren AG eine kompetente Ansprechpartnerin haben.»