Neujahrslauf

Ein kurioser und ein klarer Sieg beim 44. Neujahrslauf

In Dietikon dominiert Christian Kreienbühl bei den Männern, Luzia Schmid erbt bei den Frauen. Weil die Führende Fiona Kirk nach einer Runde falsch einbog, konnte sie nicht mehr um den Sieg mitrennen. “Spass gemacht hats trotzdem”, sagt sie.

Nach dem ersten Rennen im ZüriLaufCup führen Vorjahressieger Christian Kreienbühl und Luzia Schmid.

Für einmal war der Neujahrslauf eher ein Frühlingslauf. Für einmal rannten die rund 1100 Läufer nicht über Schnee und Eis, stattdessen schwitzten viele auf den 12,1 Kilometern. Von Vorjahressieger Christian Kreienbühl im ärmellosen Leibchen über Luzia Schmid im pinkfarbenen T-Shirt bis hin zu Läufern in langen Tights und Windjacken gab es in Dietikon alles zu sehen.

Doch wer leicht bekleidet war, rannte beim Neujahrslauf eher vorne mit. Bis auf eine Läuferin in langer OL-Hose. Nach einer Runde tauchte Fiona Kirk aus Bellikon als erste auf. Doch statt in die zweite Runde einzubiegen, rannte sie dem Ziel entgegen – wie die Juniorinnen, die zuvor gestartet waren. Auch die Streckenposten hatten die feingliedrige Kirk nicht als erste Frau erkannt. So lief die starke OL-Läuferin zwei Mal die gleiche, um ein paar Hundert Meter längere Runde. Luzia Schmid aus Homburg und Marketa Maly-Polackova aus Adliswil lagen plötzlich alleine vorne.

Schwere Beine

Ich habe gewusst, dass eine in OL-Hose vor uns läuft”, sagte denn auch Luzia Schmid im Ziel. Als sie Kirk aber nie mehr sah, dachte sie sich: “Ich bin ja blöd, wenn ich den Spurt um den Sieg verpasse, nur weil ich nicht weiss, ob noch eine vor uns ist. So liess sie kurz vor dem Ziel Maly-Polackova stehen. Das, obwohl sie nach einem harten Training auf Asphalt am Donnerstag “schwere Beine” hatte. Auf den Neujahrslauf hatte sie deswegen nicht verzichten wollen. “In Dietikon habe ich auch schon gewonnen, darum komme ich gerne zurück.”
 
Als Siegerin Schmid im Zielgelände Fiona Kirk erblickte, klopfte sie ihr auf die Schulter und fragte nach, was passiert sei. Im Gegensatz zu Schmid nahm Kirk ihr Missgeschick locker. “Spass gemacht hats trotzdem und müde geworden bin ich auch. Hätte ich vor dem Rennen gewusst, dass ich an der Spitze mitlaufen kann, hätte ich aber vielleicht die Strecke besser angeschaut”, suchte Fiona Kirk den Fehler bei sich. Immerhin: Kirk wurde noch Zehnte und lief die schnellste Zeit aller regionalen Läuferinnen.
 
Luzia Schmid, die ihren eigenen Streckenrekord von 44:41 nicht toppte, nutzt die Läufe des Züri-Lauf-Cups gerne als intensive Trainings. “Im Wettkampf kann ich viel mehr an meine Grenzen gehen als im Training.” Ihr Saisonziel ist ein Marathon Anfang Mai in Prag oder Mainz.

Medaille an Marathonmeisterschaften
 
Auch der Sieger bei den Männern, Christian Kreienbühl aus Rüti, will in diesem Jahr eine schnelle Marathonzeit laufen. In Zürich peilt er im April 2 Stunden 22 an. Nachdem er an den Schweizer Marathonmeisterschaften schon zwei Mal Vierter geworden war, will er diesmal eine Medaille.
 
Mit seinem Lauf in Dietikon ist er “super zufrieden”. In der ersten Steigung nach zwei Kilometern hängte er Rubén Oliver ab und nahm ihm bis ins Ziel über eineinhalb Minuten ab. Als bester Regionaler overall klassierte sich Adrian Gröbli aus Oetwil auf dem 15. Rang.
 
Im November hatte sich Sieger Kreienbühl einen Monat Laufpause gegönnt. “Auch darum wusste ich beim ersten Wettkampf im Jahr nicht genau, wie fit ich bin”. Die verhältnismässig warme Temperatur von zehn Grad gefiel dem 29-Jährigen. “Bis vor kurzem weilte ich noch in Libanon, darum bin ich mir die Wärme gewöhnt”, sagte er.
 
Das Wetter freute auch den OK-Präsidenten Martin Fatzer. “So ist es nicht nur für die Läufer angenehmer, sondern auch für die Helfer.” 1100 Läufer erreichten das Ziel bei der Stadthalle in Dietikon - ob im luftigen Leibchen oder in Winterkluft.

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