Am Ende waren es doch 72 Bäume, die in den Schlieremer Geissweidplatz – den ehemaligen Chilbiplatz – gepflanzt wurden. Als das Umgestaltungsprojekt des Platzes Mitte 2016 entwickelt wurde, wollte der Stadtrat mit 80 Bäumen eine grüne Oase im Zentrum von Schlieren schaffen. Daraus wurde nun eine kiesige Fläche mit hohen Holzgewächsen – Feldahorn, Hain- und Hopfenbuchen sowie Eisenholzbäume –, die bis zu 15 Meter in die Höhe wachsen.

«Ein Wald!», kommentierte eine Anwohnerin. Davon war auch in der Vergangenheit die Rede, aber die Bezeichnung «Miniwald» fiel seitens der Gegner des Projekts. So sagte CVP Gemeinderat Rolf Wegmüller vor zwei Jahren, die Stadt Schlieren brauche wohl keinen «Miniwald» im Zentrum.

Da das erste Umgestaltungsprojekt des Stadtrats wurde vom Gemeinderat zurückgewiesen und musste deshalb überarbeitet werden. Bürgerliche Gemeinderäte verlangten einen Hochbau auf dem Platz, so auch Thomas Widmer (QV), damaliger Sprecher der Mehrheit der Rechnungsprüfungskommission. Er fände es wünschenswert, wenn man mit dem Platz auch Einnahmen generieren könnte.

Dem Volk gefiel diese Idee wiederum gar nicht. Eine überparteiliche Initiative der GLP, Grüne und SP wollte die Bebauung auf dem Geissweidplatz zugunsten einer grünen Fläche verhindern. Sie wurde im Sommer 2017 angenommen.

«Wir zelebrieren die Bäume»

Die Realisierung des Geissweidplatzes kostet knapp eine Million Franken und wird mit den Bauarbeiten für die erste Etappe der Limmattalbahn koordiniert. Am Donnerstagabend wurde er in der Präsenz von etwa 40 Personen eingeweiht. «Wir zelebrieren mit dieser Feier die Bäume, wir lassen sie am Weihnachten hoch leben», sagte Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP). Über die Umsetzung des Projekts sagte er, es sei ein typischer Schlieremer Kompromiss gewesen. «Es war gar keine schlechte Lösung», sagte Bärtschiger.

«Der Geissweidplatz soll ein Ort der Begegnung werden. Die Landschaftsarchitektur erinnert mich ein wenig an den Zürcher Stadelhoferplatz.» In seiner Eröffnungsrede entschuldigte er sich für den von den Bauarbeiten verursachten Lärm. Zwei Herren, die rund um den Platz wohnen, nickten sich einander zu. «Jetzt dauert es nicht mehr lange», sagte der Stadtpräsident.

Unbehagen bereitete manchen auch die Gestaltung einzelner Elemente des Geissweidplatzes. So sagte etwa Anwohner François Bollinger, der neue Brunnen gleiche einem Pissoir. «Na ja, das ist Geschmackssache», konterte Bärtschiger mit einem feinen Lächeln auf den Lippen.