Die Primarschulgemeinde Oetwil-Geroldswil kann die Schulanlage Huebwies in Geroldswil erweitern. Die Stimmberechtigen der beiden Gemeinden haben am Sonntag dem Baukredit von knapp 6,4 Millionen Franken für einen Ersatzneubau deutlich zugestimmt. Damit kann der Singsaaltrakt zurückgebaut und ein Ersatzbau erstellt werden. Insgesamt 1082 Stimmberechtigte sind dem Antrag der Schulpflege gefolgt. Das entspricht 73,4 Prozent. Lediglich 392 Stimmberechtigte lehnten die Vorlage ab.

Schulpräsidentin Daniela Kugler zeigte sich hoch erfreut über das deutliche Resultat. «Ich bin sehr zufrieden. Das Ergebnis ist eine grosse Freude. Denn die Schulraumsituation ist äusserst prekär. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben diesem Umstand nun Rechnung getragen», sagte sie. Sie sei froh, dass man jetzt vorwärtsmachen könne, auch wenn noch viel Arbeit auf die Schule warten würde. Das deutliche Resultat wertet Kugler als Lohn für den grossen Aufwand, den die Schule im Vorfeld der Abstimmung betrieben habe. «Wir haben mit der Informations- und den Dialogveranstaltungen sowie der Sonderauflage unserer Hauszeitung Aha viel Arbeit geleistet. Zudem haben wir an den Schulgemeindeversammlungen immer wieder über den Stand der Dinge informiert. Das hat geholfen», so Kugler. Im Vorfeld der Abstimmungen seien ihr deshalb keine negativen Stimmen zum Projekt zu Ohren gekommen. «Wenn man das Resultat dann aber in den Händen hält, ist man trotzdem erleichtert», sagte Kugler.

Über 700 Schüler

Der Grund für die Notwendigkeit einer Erweiterung der Schulanlage Huebwies sind die steigenden Schülerzahlen. Derzeit werden in Oetwil, Geroldswil und der Fahrweid rund 770 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, Tendenz steigend. Eine bereits im Jahr 2013 erstellte Schulraumplanung mit Prognose und Entwicklung der Schülerzahlen zeigt auf, dass im Bereich der schulischen Nutzungen und auch bei der Mittagstisch- und Tagesbetreuung Raumdefizite bestehen. Eine Machbarkeitsabklärung aus dem Jahr 2016 kam schliesslich zum Schluss, dass der zusätzlich benötigte Raum für die schulische und ausserschulische Nutzung auf dem Areal der Primarschulanlage Huebwies in Geroldswil erstellt werden kann. Daraufhin genehmigte die Primarschulgemeindeversammlung im Dezember desselben Jahres einen Projektierungskredit in der Höhe von 245'000 Franken.

Das Projekt der Holzbaufirma Erne aus Laufenburg, die sich in einem Submissionsverfahren gegen drei weitere Gesamtleistungsanbieter durchsetzte, sieht vor, den Singsaal durch einen Ersatzbau zu ersetzen. Dieser umfasst vier Etagen. Im Sockelgeschoss auf Niveau der Poststrasse kommen ein Veloraum, Hauswarts-, Entsorgungs- und Technikräume sowie der Singsaal mit der dazugehörigen Küche und den sanitären Anlagen zu liegen. Im Erdgeschoss auf Niveau des Pausenplatzes sind ein grosser Raum für den Mittagstisch mit Küche, ein Spiel- und Ruheraum, ein Zahnputzraum sowie eine rund 160 Quadratmeter grosse Terrasse geplant, die für den Mittagstisch und zum Spielen und Verweilen genutzt werden kann. In den beiden Obergeschossen sind je zwei Klassenzimmer, ein Foyer, ein Vorbereitungsraum, ein Grossgruppenraum und Toiletten geplant. Neben Treppen umfasst der Neubau auch einen Lift.

Läuft alles nach Plan, dann kann im Februar 2019 mit den Bauarbeiten gestartet werden. Die Inbetriebnahme des Neubaus soll dann im Januar 2020 erfolgen. Die ursprünglich geplante gleichzeitige Sanierung der bestehenden Klassentrakte der Schulanlage wird nach hinten verschoben. Denn durch den Entscheid des Submissionsausschusses, den bestehenden Singsaal komplett zu ersetzen und nicht durch eine Aufstockung zu erweitern, haben sich die Investitionskosten erhöht und die finanziellen Rahmenbedingungen geändert. Eine Einhaltung des in der Investitionsrechnung vorgesehenen Betrags ist zusammen mit der Sanierung nicht mehr möglich. Die Schulpflege will die Sanierung deshalb in einem separaten Verfahren bewilligen lassen.