Sommerzeit – Badezeit – Böötlerzeit. An warmen Tagen vergnügen sich viele Wasserliebhaber auf der Limmat. Eine besonders beliebte Anlegestelle der Kapitäne ist die Nötzliwiese in der Nähe des Dietiker Bahnhofs kurz vor dem Kraftwerk. Nach der Fahrt wäre ein kühles Getränk willkommen oder vielleicht eine Glace. Doch wo ist ein Kiosk, ein Getränke- oder Imbissstand? Fehlanzeige!

Auch Philipp Müller, welcher selber ebenfalls gerne mit dem Gummiboot die Limmat befährt, kennt die Anlegestelle gut. «Ich finde, es ist eine tolle Freizeitbeschäftigung, auf der Limmat Boot zu fahren. Dietikon hat mit dieser natürlichen, gut gelegenen Ausstiegsstelle etwas ganz Lässiges.» Nur mache die Stadt in den Augen des Dietiker Gemeinderats zu wenig draus. Damit sich das ändert, wird seine FDP-Fraktion eine Interpellation an den Stadtrat einreichen. Müller betitelt sie augenzwinkernd mit «Hafenstadt Dietikon». Ihr Ziel: Die Nötzliwiese als Anlegestelle für die Bootfahrer in vielerlei Hinsicht aufzuwerten.

Eine der Fragen, die Müller dem Stadtrat stellt, betrifft die fehlende Gastronomie. So will er etwa wissen, ob es bereits Interessenten für einen gastronomischen Betrieb, etwa einen Getränkestand, an dieser Stelle gegeben hat. Auch soll in Erfahrung gebracht werden, wie der Stadtrat generell zu einer Gastronomie auf der Nötzliwiese steht. Wer die Limmat von Zürich nach Dietikon befährt, komme nach drei Stunden hungrig und durstig an der Nötzliwiese an. «Es wäre ja dumm, die Beliebtheit nicht auch wirtschaftlich zu nutzen.» Eine aufgewertete Anlegestelle könne ein Pluspunkt für das Dietiker Standortmarketing werden, so Müller.

Neuer Vorstoss für eine Toilette

Unabhängig von der gastronomischen Aufwertung sieht die FDP-Fraktion Klärungsbedarf im Bereich Sicherheit. Müller denkt an Gefahrenhinweise für Bootfahrer wie Schwimmer, das Anbringen einer Treppe oder eines Steges für einen erleichterten Ausstieg oder die Signalisation des nahen Wehrs. Auch in Sachen Sauberkeit könnte die Stadt nach Ansicht Müllers auf der Nötzliwiese aufrüsten. Zwar hat es Abfalleimer, welche aber dem Ansturm an stark frequentierten Tagen oft nicht gewachsen seien, vor allem dann nicht, wenn an der Anlegestelle grilliert werde. Da auch sanitäre Anlagen fehlen, sollen die ebenso auf die Tagesordnung – wieder, muss man ergänzen, denn diese waren vor zwei Jahren schon einmal ein Thema. Sicherheitsvorstand Heinz Illi erteilte damals mit Hinweis auf das naheliegende Wohnquartier einer öffentlichen Toilette auf der Nötzliwiese eine deutliche Absage.

Einen Zusammenhang der FDP-Interpellation mit der geplanten, aber auf Eis liegenden Flussbadi in der Nähe des Bahnhofs Glanzenberg, die zuletzt vor zwei Jahren im Gespräch war, gibt es laut Müller keinen. Der Vorstoss finde im Übrigen über die FDP-Fraktion hinaus Anklang. «Mehrere Kollegen aus dem Gemeinderat haben mir ihre Sympathie für das Anliegen bekundet.», so Müller.