Die Jugendlichen und ihr Verhalten sind ein wiederkehrendes Thema in Medien und Politik. «Es ist immer aktuell. Jeder kann mitreden, denn jeder war mal in diesem Alter», sagte Thomas Wirth, Präsident der Ortspartei EVP Dietikon. Aus diesem Grund lud seine Partei Mitglieder und Interessierte zu einem Themenabend ein, an dem der Jugendarbeiter Oliver Badrzadeh seine Arbeit vorstellte und Fragen aus dem Publikum beantwortete.

Er lese gerade ein Buch zum Thema Jugendliche mit dem Titel «Die Kunst, einen Kaktus zu umarmen», sagte Wirth bei der Begrüssung. Dieses Bild bringe für ihn als Vater von zwei Jungen im Teenageralter den Umgang mit Jugendlichen gut auf den Punkt.

Wirth's Söhne gehören zu den 20 Prozent unserer Bevölkerung, die jünger als 20 sind. Mit einem Teil dieser 20 Prozent der Dietiker befasst sich Jugendarbeiter Badrzadeh tagtäglich. Seit eineinhalb Jahren ist er in Dietikon für den Jugendtreff zuständig, organisiert Ferienprogramme und Sportanlässe für die Jugendlichen.

Vor allem aber hört er den jungen Menschen zu: «Es ist wichtig, dass sie einen Ort haben, wo sie über alles sprechen können und wo man ihnen auf Augenhöhe begegnet», sagte der 28-Jährige.

Badrzadeh machte durch die Vorstellung des offenen Jugendtreffs das Thema für die rund 25 interessierten Gäste fassbar. Sie seien bewusst keine aufsuchende Jugendarbeit, sagte er. «Die Jugendlichen kommen von selbst zu uns. Wir bieten ihnen einerseits einen Treffpunkt und andererseits die Möglichkeit, über kleine und grosse Probleme zu sprechen».

Grosser Konsens

Dass das Thema beschäftigt, zeigten auch die zahlreichen Fragen und Beiträge aus dem Publikum. Gewalt, Frechheit, Smartphones - die Diskussionsthemen waren vielfältig. Dennoch herrschte ein grosser Konsens. «Wir dürfen die Unterschiede nicht dramatisieren. Jugendliche sind auch nur Menschen», brachte es Badrzadeh auf den Punkt.

Er betonte: «Teenager lernen etwas erst durch eigene Einsicht, gegen Zwang von oben rebellieren sie und lernen dabei ihre Lektion nicht. Natürlich sind gewisse Grenzen dennoch notwendig.»