Dietikon
Ein Jahr im Leben der «verrückten Stadtgärtner»

Jeanne Woodtli und Sonja Mühlemann haben die Gartenkooperative Ortoloco ein Jahr lang begleitet und daraus ein filmisches Porträt gemacht. Dafür haben sie ihr Projekt auf der Crowd-funding-Plattform «100-Days» registriert.

Ladina Trachsel
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Jeanne Woodtli (links) und die Ortoloco-Gärtnerin Seraina Sprecher.

Jeanne Woodtli (links) und die Ortoloco-Gärtnerin Seraina Sprecher.

Für ihren ersten Dokumentarfilm haben Jeanne Woodtli und Sonja Mühlemann die idealistischen und «etwas verrückten» Stadtgärtner der Dietiker Gartenkooperative Ortoloco ein Jahr lang begleitet und gefilmt. Damit die beiden ihren Film «Eine Handvoll Zukunft» wie geplant abschliessen und die Premiere finanzieren können, brauchen sie aber noch finanzielle Unterstützung. Dafür haben sie ihr Projekt auf der Crowd-funding-Plattform «100-Days» registriert. So hoffen sei, 100Tagen 1000Franken zu sammeln. Nach den ersten 14Tagen sind so bereits 340 Franken zusammengekommen.

Aktive Mitarbeit und nicht Geld

Auf die Idee, einen Dokumentarfilm über Ortoloco zu drehen, sind die beiden Freundinnen gekommen, da sie persönliche Kontakte zu den Initianten haben. Ausserdem liege das sogenannte «Urban Farming» total im Trend und spriesse überall aus dem Boden, so Woodtli.

Ortoloco gibt es nun schon seit März 2010. Die Kooperative besteht mittlerweile aus 230Genossenschaftern und rund 350Gemüseessern, die aktiv mithelfen, das 1,4Hektaren umfassende Land, das Ortoloce vom Dietiker Biohof Fondli pachtet, zu bewirtschaften. Alle Mitglieder der demokratisch aufgebauten Genossenschaft kaufen einen Anteilsschein und sind verpflichtet, mindestens fünf halbe Tage im Jahr zu helfen. Dafür erhalten sie jede Woche einen Teil des geernteten Gemüses. Dieses Konzept nennt sich im Fachjargon regionale Vertragslandwirtschaft. Dabei geht es nicht um Rendite, sondern unter anderem um die aktive Mitarbeit und die Verbindung der Konsumenten mit ihrer Nahrung.

Vom Tiefpunkt zum Höhepunkt

Der 47-minütige Dokumentarfilm fängt mit einem Tiefpunkt an und endet mit einem Höhepunkt. Im Frühling letzten Jahres gab es unerwartet einen heftigen Hagelschauer, der einen grossen Teil der Anbauten beschädigte. Die Mitglieder waren laut Woodtli am Boden zerstört, doch zum guten Glück erhielten sie Unterstützung von anderen Initiativen der regionalen Vertragslandwirtschaft. «Für unseren Filmstart war der Hagel natürlich verheerend und interessant zugleich», erzählt Woodtli. Und da schliesslich das Anbauland wieder hergerichtet werden konnte, sei der aufregende Start umso positiver gewesen.

Der Film begleitet die Mitglieder über das ganze Jahr hinweg. Das Highlight sei ganz klar der Entschluss vom Januar 2012, Ortoloco in Grösse und Anzahl Genossenschafter zu verdoppeln. Die Szenen von der entsprechenden Genossenschaftsversammlung sind zugleich die Schlussszenen im Dokumentarfilm.

Die Premiere von «Eine Handvoll Zukunft» wird am 28. Juli im Ono in Bern stattfinden. Anfang August wird der Film im Kino Xenix in Zürich gezeigt. Mehr Informationen unter: www.drehmomentproduktion.ch