Samstag, kurz vor 15 Uhr auf dem Urdorfer Muulaffeplatz: Schwarz befrackte «Knaben» mit Zylindern, knallgelben Hemden und Schlips laden die drei putzigen Kanönchen. Unter dem Motto «En Charre voll Narre» eröffnen um 15 Uhr drei ohrenbetäubende Böllerschüsse die 50-Jahr-Jubiläums-Fasnacht 2014. Die vier Guggenmusiken «Laie Gugge» aus Zürich, die Birmensdorfer «Flügge-Tätscher», die «Schlosshüüler» aus Bürglen/TG sowie die Urdorfer «Stiereschränzer» fahren mit schrägen Tönen auf.

Dann kündigt Zeremonienmeister Peter «Leuzi» Leuzinger den Jubiläums-Obernarren an. Langsam karrt der Traktor die kostbare Fracht von der Kirchgasse zum Muulaffeplatz. Dort empfangen die ehemaligen Kollegen der Knabengesellschaft den kostümierten Michael «Michi» Keel. Ein weiterer Donnerknall gibt der Zeremonie Nachhall. Auf dem neu erstellten verkehrstauglichen Wagen übergibt Markus Moosmann, der letztjährige Schirmherr, dem neuen Obernarren das Zepter.

Kurz stellt sich Michael Keel den zahlreich erschienenen Fasnachtsfans vor: «Ich bin am 17. März 1984 im Spital Affoltern am Albis zur Welt gekommen.» Nach einigen Stationen sei er im Jahr 1992 mit seinen Eltern und den zwei Brüdern Christian und Thomas nach Urdorf gezogen. «Dort besuchte ich die Primarschule und die Oberstufe und absolvierte danach eine Ausbildung als Schreiner in Zürich», so der mit 29 Jahren jüngste Schirmherr. «Im 2003 schloss ich meine Schreinerlehre ab und wechselte die Arbeitsstelle nach Urdorf. Und im Jahr 2009 erfüllte ich mir einen grossen Wunsch, denn ich machte mich selbstständig als Schreiner», so Keel. Daher komme wohl auch sein Spitzname «Holzwurm».

Heiratsantrag an der Fasnacht

Als Mitglied der Urdorfer Knabengesellschaft sei er schon damals mit der Fasnacht verbunden gewesen: «So machte ich meiner jetzigen Frau Rita im März 2010 an der Fasnacht in der Zentrumshalle einen Heiratsantrag.» Im Herbst des gleichen Jahres habe er seine Rita geheiratet. «Vor knapp einem Jahr bin ich Vater von Leandro Thomas geworden», betont Keel voller Stolz. Dann wünscht er allen Anwesenden «eine affengeile Fasnacht».

Inzwischen wird auf dem Platz Eierlikör verteilt und aufs Wohl des neuen Schirmherrn angestossen. Es gibt gratis Würstchen, Brot und Getränke. Später zieht die Karawane in den Embrisaal, wo mit der «Charre voll Narre» weiter feucht-fröhlich und friedlich gefestet wird.