Das Milizsystem war das Thema der 1.-August-Rede von Unterengstringens Hochbauvorstand Yiea-Wey Te (FDP). «In Unterengstringen funktioniert das Milizsystem gut. Es funktioniert sogar fantastisch», sagte er zu den über 200 Besuchern. Das sei nicht überall der Fall: «Über 100 000 Personen üben in den Gemeinden, Kantonen und dem Bund ein politisches Amt aus. Trotzdem bekunden zwei Drittel der schweizweit über 2200 Gemeinden Mühe, ihre Exekutiven zu besetzen.»

Das Problem ortet Te bei der Leistungsgesellschaft, die alles von den Berufstätigen abverlange. Er habe sich gefragt, was bei ihm der Grund gewesen sei, sich im Militär und der Politik einzubringen. Te, dessen Familie vor den Roten Khmer in Kambodscha flüchtete, kam auf seine Grossmutter zu sprechen. Sie habe ihm viel vom Schicksal seiner Familie im Krieg bis hin zur Aufnahme als Flüchtlinge in der Schweiz erzählt. «Als ich vier war, hat sie mir gesagt, ich dürfe nie vergessen, was die Schweiz uns ermöglicht hat. Ich solle der Schweiz und den Leuten in jeder Situation Dankbarkeit zeigen», erzählte er.

Eine bessere Möglichkeit, diese auszudrücken als im Milizsystem, gebe es nicht. Wenn man schon von jung an ein Verständnis für das Milizsystem entwickle, dann werde man es im Erwachsenenalter auch leben, sagte er und verteilte 300 Exemplare des Kinderbüchleins «Meine Gemeinde, mein Zuhause». Umrahmt wurde die Feier vor dem Feuerwehrdepot, zu der der Bürgerliche Gemeindeverein geladen hatte, von der Trachtentanzgruppe Schlieren.