Kurz nach zwei Uhr betreten die ersten Mamis und ihre Sprösslinge den Keller des Gemeindehauses. Sie hängen ihre pinken Mützen und braunen Mäntel auf und schauen in den weissen Raum, wo grosse Zylinder die gefärbten Wachse warm halten. Die Besucher holen sich entweder Dochte oder fertige Kerzen, die sie zieren können.

Kerzenziehen ist seit langem eine Aktivität für Kinder und Erwachsene. Statt Geschrei und Gewühl erleben Familien hier ruhige Stunden, die Konzentration und Kreativität verlangen. Organisiert wurde der Nachmittag vom Elternclub Mikado. «Hierher kommen nicht nur Familien, sondern auch Schulklassen», sagt Jeannette Stemmle. Sie führte das Kerzenziehen letzten Donnerstag mit ihren Kolleginnen durch. «Leider fehlen uns freiwillige Eltern, die beim Club mitwirken möchten», sagt Stemmle.

Aber an Kundschaft mangelt es nicht. So wie die kleine Samara aus Oetwil«Ich bin schon zum dritten Mal hier», sagt die Vierjährige. Die Kollegen Nico Graf und Thierry Zehnder sind auch Profis im Kerzenziehen. Sie probieren jedes Mal etwas Neues aus. «Meine neue Kerze ist innen farbig und aussen weiss. Für mich ist Weiss keine richtige Farbe, aber ich bin zufrieden», sagt Thierry.