Urdorf

Ein Haus als wichtiges Zeugnis von Oberurdorf

Das Bauernhaus Birmensdorferstrasse 104 (Mitte) prägt mit anderen Bauten Oberurdorf sehr stark.fuo

Das Bauernhaus Birmensdorferstrasse 104 (Mitte) prägt mit anderen Bauten Oberurdorf sehr stark.fuo

Das Haus Birmensdorferstrasse 104 wird wegen seiner besonderen Lage unter Schutz gestellt. Dem kommunalen Inventar kann zudem entnommen werden, dass die Liegenschaft auch im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz erwähnt ist.

Jetzt ist es amtlich: Der Gemeinderat hat das 1880 erstellte Bauernhaus an der Birmensdorferstrasse 104 definitiv unter Schutz gestellt. Es war bereits im kommunalen Inventar der kunst- und kulturhistorischen Objekte der Gemeinde aufgeführt. Und dort steht unter anderem als Würdigung: «Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe des Chlösterli und des Ortsmuseums. Als Teil der platzartigen Bebauung am nördlichen Dorfeingang ist es für das Ortsbild von Oberurdorf von erheblicher Bedeutung.» Dem kommunalen Inventar kann zudem entnommen werden, dass die Liegenschaft auch im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz erwähnt ist.

Wohnhaus mit Scheune und Stall

Das Haus wurde von Hans Heinrich Huber erbaut. Es bestand aus Wohnhaus mit Scheune und Stall, wie der amtlichen Ausschreibung zu entnehmen ist. Es besteht zu drei Siebteln aus Stein, zu einem Siebtel aus Riegel und zu weiteren drei Siebteln aus Holz mit Ziegeldach. Es wurde 1880 anstelle eines alten Strohdachhauses erstellt. 1918 erfolgte ein stirnseitiger Anbau an die Scheune. Um 1960 wurde die Scheune zu Garage, Werkstatt und Wohnraum umgebaut.

«Das Objekt soll, wenn es nach dem Willen der Eigentümer geht, zu Wohnzwecken umgebaut werden», erklärt Rebecca Bauder, Bereichsleiterin Planung, Bau und Umwelt auf der Urdorfer Verwaltung auf Anfrage der az Limmattaler Zeitung. «Wenn man etwas verändern will, muss man die Schutzwürdigkeit abklären. Die Baubehörde ist verpflichtet, dazu Stellung zu nehmen. Und der Gemeinderat hat entschieden. Er stellt das Gebäude unter Schutz.» Die im Inventar enthaltenen Gebäude seien nämlich nur potenziell unter Schutz. «Die Schutzverfügung bedeutet, dass bei einem Umbauprojekt gewisse Dinge zu berücksichtigen sind. Jetzt können die Eigentümer ein Vorprojekt erarbeiten und müssen diverse Dinge berücksichtigen», so Rebecca Bauder abschliessend.

«Stellt wichtiges Zeugnis dar»

Bis es so weit kam, musste die Gemeinde sich die Wertigkeit des Hauses durch ein Gutachten eines Fachberaters bestätigen lassen. Die Firma ibid Altbau AG stellte unter anderem fest: «Das Gebäude stellt als Vielzweckbauernhaus aus dem Jahr 1880 einen wichtigen architekturhistorischen und wirtschaftsgeschichtlichen Zeugen dar. Als schutzwürdige Gebäudeteile sind die südöstlichen Giebel- und nordöstliche Trauffassade des Wohnteils sowie das Dachwerk zu nennen. Im Innern sind abgesehen von der Binnengliederung des Wohnteils keine schutzwürdigen Bauteile vorhanden.»

Entscheidend ist die weitere Feststellung der Fachberater: «Die Schutzwürdigkeit des Gebäudes ergibt sich jedoch in erster Linie aus seinem Situationswert.» Die Liegenschaft Birmensdorferstrasse104 nimmt eine sehr wichtige Stellung im historischen Dorfkern von Oberurdorf ein. Sie bildet zusammen
mit den Gebäuden Birmensdorferstrasse 102 und 106 (Ortsmuseum)
eine platzartige Situation, welche das Ortsbild Oberurdorfs stark prägt.

Die Platzsituation orientiert sich am geschwungenen Lauf des Dorfbachs. So sind denn auch diese drei Bauten als den Strassenraum prägende Bebauung im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz hervorgehoben.»

Zeitgemässe Nutzung zulässig

Weiter halten die Gutachter fest, dass das Objekt eine zeitgemässe Nutzung im Rahmen eines Umbaus in vollem Umfang zulasse, ohne dass die schutzwürdigen Elemente des Objekts berührt würden.

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