Am Sonntag gilt es ernst: Zehn junge Sängerinnen und Sänger kämpfen im Saal des Hotels Spirgarten in Altstetten um einen Plattenvertrag beim Schlieremer Musikvertrieb Toscanelli Records. Dieser ist nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Italien eine Instanz in der Musikszene.

Und er versteht sich als Talentschmiede. Gründer Bruno Sonetto rief vor vier Jahren den Gesangswettbewerb «Il Sonetto della Musica Italiana» ins Leben und schuf damit eine Bühne für neue Talente. Heimlicher Pate des Anlasses ist eindeutig das Sanremo-Festival: Eingängiger Pop, grosse Emotionen und viel Italianità.

Gewonnen haben die Teilnehmenden schon jetzt, sagt Sonetto gegenüber der Limmattaler Zeitung. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden im Wettbewerb brandneue Songs zum Besten geben. Alle sind auf einem Sampler vereint, der in diesen Tagen veröffentlicht wird. «Sechs der Lieder stammen aus meiner Feder, vier weitere haben die jungen Künstler selbst komponiert», sagt der Schlieremer.

Dennoch ist es der Wettbewerb, der die jungen Künstler herausfordert. Sie müssen live das Publikum überzeugen. Mittels einem Casting wurden die Teilnehmenden, deren Durchschnittsalter bei 24 Jahren liegt, ausgewählt. «Eine Bedingung war, das man bereits bei einem Musikwettbewerb unter die ersten drei Plätze kam», so Sonetto. Die ausgewählten Sängerinnen und Sänger stammen von überall her aus der Schweiz; ein Talent sogar aus Italien, das hier den Durchbruch schaffen will.

Italienische Pop-Stars

«Das Konzept des Wettbewerbs ist noch das gleiche wie beim ersten Mal», sagt Sonetto. So wurden die Talente in drei Gruppen eingeteilt, wobei jede von einem italienischen Pop-Star angeführt wird, der sozusagen als Coach sowie als Duettpartner für diesen einen Abend fungiert.

Dazu gehören die Sängerinnen Lisa und Francesca Alotta. Beide gewannen einst das Sanremo-Festival und erleben dank der italienischen TV-Show «Ora o mai più» gerade ein Comeback. «In Italien sind Lisa und Francesca wieder grosse Stars und freuen sich darauf, jetzt auch in der Schweiz aufzutreten und Teil des Abends zu sein», sagt Sonetto.

Der dritte Star im Bunde ist die Tribute-Band Cattiva, die sich dem Werk der Sängerin Loredana Bertè verschrieben hat. Bertè gilt als Sanremo-Legende schlechthin und steht in Italien auf einer Stufe mit Grössen wie Gianna Nannini und Laura Pausini. «Jeder meiner Wettbewerbe soll auch einen Tribute-Teil beinhalten und mit Cattiva haben wir eine Band, die Bertès Sound originalgetreu rüberbringt.»

Durch den Abend führt Daniele Saita, der bereits die letzten Ausgaben moderierte. Saita gehört zur Toscanelli-Familie und ist selbst als Sänger aktiv, etwa im Jugendchor JC NewTon, dessen Leiter ebenfalls Bruno Sonetto ist. Saita wird auf der Bühnen noch einen weiteren Gast für das Rahmenprogramm begrüssen: Flavio Rizzello, der vor drei Jahren als Elfjähriger die SRF-Show «Die grössten Schweizer Talente» gewann. Sonettos weitreichende Kontakte ermöglichen die Engagements solcher Persönlichkeiten.

Musikalische Familie

Das Leben von Sonetto, obwohl im beruflichen Alltag auf einer Bank tätig, dreht sich um Musik. «Ich könnte gar nicht anders», sagt er, «meine Familie ist selbst sehr musikalisch, weswegen ich alle meine Projekte mit viel Rückenwind realisieren kann.» So gründete sein Sohn Domenico bereits sein eigenes Musiklabel, während die Tochter Ariana in einem Chor singt.

Maestro Sonetto darf am Sonntag auf viel Publikum hoffen, ist doch die
italienische Community in der Region gross. Die Teilnehmenden bringen zudem ihre Familien und Freunde mit, die für ordentlich Stimmung sorgen werden. «Der Wettbewerb wird auf Italienisch moderiert, aber das soll niemanden aufhalten, zu kommen.»
Am Sonntagabend wird feststehen, wer von den Sängerinnen und Sänger den Sieg davon trägt. Gewählt wird zu 70 Prozent von einer Jury, der Sonetto selbstverständlich angehört, und zu 30 Prozent per SMS-Voting.

«Der Siegersong wird von Toscanelli Records als Single herausgebracht. Wir vergeben zudem zwei weitere Anerkennungen», so Sonetto. Dazu gehört neben dem besten Songtext auch eine Würdigung des emotionalsten Auftritts, der vom Publikum bestimmt wird.