Dean Kukan, Sie sind seit Beginn dieser Woche wieder bei den Columbus Blue Jackets. Zuvor spielten Sie rund zwei Wochen bei deren Farmteam Cleveland Monsters in der American Hockey League AHL. Waren Sie überrascht, dass man Sie zurückgeholt hat?

Dean Kukan: Nein, das war im Vornherein klar. Es handelte sich um ein sogenanntes Conditioning, das heisst der Verein kann mich für höchstens 14 Tage zum Farmteam schicken. Ich wurde sozusagen an die Monsters ausgeliehen.

Wie war die Rückkehr nach Cleveland?

Es war cool, die alten Kollegen wiederzusehen. Und natürlich auch, wieder mal Einsatzzeit zu bekommen. Ich habe dort fünf Spiele absolviert. Aber ich würde natürlich lieber in der NHL spielen.

Seit Sie wieder in Columbus sind, hatten die Blue Jackets zwei Heimspiele. Wie bereiten Sie sich eigentlich am Tag selbst auf eine solche Partie vor?

Wenn wir zu Hause spielen, trainieren wir am Morgen. Dann essen wir in der Arena zu Mittag. Danach fahre ich meistens nach Hause, um noch eine Stunde zu schlafen. Zweieinhalb Stunden vor dem Spiel bin ich dann wieder in der Arena, um mich auf die Partie vorzubereiten. Bei unserem letzten Heimspiel gegen die New Jersey Devils habe ich allerdings nicht gespielt, und auch nicht zuvor gegen die Vegas Golden Knights.

Was war der Grund?

Wir sind im Kader sieben Verteidiger und 13 Stürmer, aber nur jeweils 18 Spieler gehören dem Aufgebot an, womit ein Verteidiger und ein Stürmer nicht spielen. Meine letzte Partie für die Blue Jackets habe ich am 6. November bestritten – gegen die Dallas Stars.

Wie gehen Sie damit um, dass Sie nicht so viel Einsatzzeit bekommen?

Es ist nicht einfach. Aber ich weiss langsam, wie es läuft. Ich bin ja schon die vierte Saison hier. Man muss halt jeden Tag im Training sein Bestes geben und sich neu beweisen. Mehr kann man nicht machen. Ich bin auch zuversichtlich, dass ich bald wieder zum Spielen komme. Man muss einfach geduldig bleiben und gut trainieren.

Und wie schwierig ist es, die Geduld zu bewahren?

Wenn ich einen Einjahresvertrag unterschrieben hätte, wäre es möglich, dass ich ungeduldig werden würde. Aber ich habe einen Zweijahresvertrag. Und ich habe mir gesagt: Wenn ich es dieses Jahr nicht schaffe, einen Stammplatz zu bekommen, dann im nächsten Jahr.

Im Gegensatz zur NHL sind Sie in der Nationalmannschaft regelmässig zum Einsatz gekommen und haben mit der Schweiz an der Weltmeisterschaft Silber geholt. Denken Sie manchmal noch daran?

Ja, das war schon etwas Spezielles. Es war ein cooles Turnier. Aber hier in den USA hat die WM nicht einen solch hohen Stellenwert. Man kriegt das schon mit, aber es war kein grosses Thema.

Auch den Blue Jackets läuft es momentan sehr gut: Platz sechs in der Conference-Tabelle, in der Division sogar Platz zwei.

Ja, wir haben eine starke Mannschaft, und es sieht momentan auch gut aus. Aber die Saison dauert noch lange. Es ist noch nicht mal die Hälfte aller Spiele absolviert. Und wenn man in die Playoffs möchte, muss man die ganze Saison gut spielen. Am Ende wird es meistens knapp. Letztes Jahr war ich verletzt, aber meine Kollegen gewannen elf Spiele nacheinander. Trotzdem schafften wir es nur knapp in die Playoffs.

Sie haben es angesprochen: Ihr Team ist in dieser Saison stark. Kann man sich da noch das eine oder andere von den Mitspielern abgucken?

Ja. Wenn man zum Beispiel Seth Jones zusieht, kann man immer etwas dazulernen. Ich glaube auch, dass jeder Spieler noch besser werden kann.

Heute Abend spielen Sie auswärts gegen die Philadelphia Flyers. Die Flyers sind in der Tabelle ziemlich weit unten. Sind die Blue Jackets Favorit?

Nein. Klar gibt es bessere und schlechtere Teams. Aber jedes Team kann jedes schlagen. Da ist alles so nahe zusammen.

Reisen Sie für Weihnachten eigentlich in die Schweiz zurück oder bleiben Sie in den USA?

Da wir nur drei Tage Spielpause haben, bleibe ich hier.