Feierabend, nur noch wenige Meter, bis man zu Hause ist. Es fehlt nur noch der Parkplatz. Doch Fehlanzeige. Alle Felder sind besetzt. An den folgenden Abenden dieselbe Situation. Es sind immer die gleichen Autos, die die Parkplätze besetzen. Oft werden sie tagelang nicht bewegt. Im Quartier kennt man die Autohalter nicht. Der Verdacht: Leute stellen ihre Autos, möglichst in der Nähe von Bahnhöfen oder Busstationen, ab und fahren dann zum Flughafen oder zum Hauptbahnhof. Während sich die Autohalter schöne Tage im Ausland machen, ärgern sich die Quartierbewohner über die Dauerparkierer.

Im Limmattal gibt es verschiedene Gemeinden, die solche Probleme kennen und dagegen vorgehen wollen. So zum Beispiel Weiningen. Dort ist man derzeit daran, die Polizeiverordnung zu überarbeiten (Ausgabe vom 28. Januar). Im Rahmen dieser Totalrevision will der Gemeinderat auch dem Dauerparkieren Einhalt gebieten.

Im geplanten Artikel über die Benützung des öffentlichen Grundes heisst es, dass es ohne Bewilligung verboten sei, «Fahrzeuge, Anhänger und andere mobile Gefährte ununterbrochen länger als 72 Stunden auf öffentlichem Grund abzustellen. Signalisierte und markierte Parkzeitbeschränkungen bleiben vorbehalten.» Wie Sicherheitsvorstand Hans-Ulrich Furrer bei der Informationsveranstaltung, an der die neue Polizeiverordnung vorgestellt wurde, erklärte, habe man in letzter Zeit festgestellt, dass es immer wieder Leute gebe, die ihr Auto auf einem öffentlichen Parkplatz abstellten und dann drei Wochen in die Ferien gingen. Dies wolle man mit diesem Artikel unterbinden. Besonders betroffen von Dauerparkierern ist die Fahrweid, insbesondere die Brunaustrasse. Von dort ist es zu Fuss bis zum Bahnhof Dietikon nicht weit.

Auch in Oberengstringen

Ähnliche Probleme kennt man auch in Oberengstringen. Besonders beliebt bei Dauerparkierern sind die Rebbergstrasse und der Kirchweg. Beide Strassen münden kurz vor der Gemeindegrenze zu Zürich in die Zürcherstrasse ein. Von dort sind es nur wenige Meter bis zur Tramstation Frankental. An beiden Strassen gilt derzeit keine Parkzeitbeschränkung. «Es gibt viele Leute, die sich darüber aufregen, dass dort Autos parkiert werden von Personen, die nicht im Quartier wohnen», sagt Gesundheits- und Sicherheitsvorsteherin Claudia Trüb. Einerseits seien es Pendler, die den kurzen Weg ins Frankental schätzten, um so zur Arbeit zu fahren. Andererseits seien auch Leute darunter, so die Vermutung, die weiter an den Flughafen reisten.

«Wir sind daran, über ein Konzept für eine Parkplatzbewirtschaftung das Problem zu beheben», erklärt Trüb. Derzeit liefen Abklärungen, wie ein solches Konzept umgesetzt werden könne. «Gleichzeitig sind wir auch am Überprüfen, wie eine allfällige Einführung von Tempo 30 auf den Gemeindestrassen realisiert werden kann», so die Sicherheitsvorsteherin. Bei beiden Projekten seien die Gemeindestrassen betroffen, deshalb bearbeite man auch beide gemeinsam.

Dietikon kennt das Problem nicht

Ganz anders präsentiert sich die Situation in Dietikon, Schlieren und Urdorf. Gemeinden, die über einen oder zwei Bahnhöfen auf ihrem Gemeindegebiet verfügen. «In Dietikon kennen wir das Problem des Dauerparkierens nicht. Das ist aber kein Zufall», so Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung. So habe der Stadtrat im Jahr 2000 ein Parkplatzkonzept verabschiedet. Seither gebe es im Zentrum und im näheren Umkreis praktisch keine zeitlich unbeschränkten Gratisparkplätze mehr. In den Quartieren könnten die Anwohner Parkkarten für die blauen Zonen beziehen.

Auch in Schlieren befinden sich im Zentrum, also rund um den Bahnhof, praktisch nur Parkplätze mit Parkuhren, wie Marco Weissenbrunner, Leiter der Stadtpolizei Schlieren erklärt. «In den Quartieren sind es in erster Linie blaue Zonen. Für diese Parkplätze können Parkkarten bezogen werden, wobei eine Anwohnerbevorzugung gilt. Ein Problem mit Pendlern, die dort ihre Autos abstellen, gibt es deshalb nicht», so Weissenbrunner. In Urdorf – die Polizei von Schlieren und Urdorf bilden eine Einheit – gebe es in den Quartieren rund um die Bahnhöfe Urdorf und Weihermatt vorwiegend weisse Parkfelder mit einer Parkzeitbeschränkung von fünf Stunden. «Wer länger parkieren will, braucht eine Anwohnerkarte», hält Weissenbrunner fest. «Folglich ist uns auch in Urdorf dieses Problem nicht bekannt.»