Gefragt nach der idealen Anzahl Sexualpartner, sind sich Männlein und Weiblein für einmal einig: Mindestens sieben sollen es im Verlaufe des Lebens sein. Erst ab etwa 14 ist gemäss der Umfrage einer US-Onlineplattform die Obergrenze erreicht. Kein Wunder, dass wir es mit der Treue da bisweilen etwas grosszügig nehmen. Mit der Premiere der Komödie «Hoppla… Frau Marquart» trug die Waldegg-Bühne Uitikon diesen Tendenzen am Samstag im Üdiker-Huus Rechnung.

Wir streben zwar nach Abwechslung, wollen aber nicht unbedingt, dass es auch die anderen abwechslungsreich haben. Besonders nicht, wenn es sich um die eigene Ehefrau handelt. So ist Philipp Marquart (Thomas Bolliger) am Boden zerstört, als er glaubt, einen Liebesbrief an seine Frau (Sabine Steigmeier) entdeckt zu haben. Schwülstig ist darin von zweideutigen Kochfantasien die Rede.

Eigentlich heisst die Adressatin dieser Zeilen aber Linda Lohmann (Maria Oliveri). Sie hat fürs erste genug von ihrem Ehemann und will das Haus ihrer Freundin für ein Rendezvous pachten. In einem Hotel will sie Walter Hengst (Marc Friedli) nicht treffen. Dort treibe sich schon ihr Mann herum, der seinerseits eine sehr flexible Auffassung von der Ehe habe.

Nun ist aber ihr Ehemann (Roland Wismer) auf dieselbe Idee gekommen und will sich im gleichen Haus ein Liebesnest bereiten. Sein Freund, der eifersüchtige Philipp Marquart, soll dafür die logistischen Voraussetzungen schaffen. Und so treffen alle Akteure auf kleinstem Raum zusammen und bringen das Tür-auf-Tür-zu-Karussell ins Drehen.

Oscar Feuerstein (Eric Huber), der als Innendekorateur des Hauses eigentlich mit dem Au-pair (Jenny Rüttimann) Spass haben wollte, wird dabei ganz konfus. Statt mit der charmanten Welschen anzubandeln, gerät er in den Bannkreis von Claudia Marquart, die nun die schlimmsten Befürchtungen ihres Mannes wahr werden lässt. Im sexy Nachtkleid umgarnt sie den Künstler, der sich diesen Anblick gerne gefallen lässt. Doch just als es losgehen soll, platzt Walter Hengst in die Szene, mit breitem Grinsen ist er auf der Suche nach seinem «Mäuseschwänzchen».

Verwirrung und Chaos

Und so geht das Versteck- und Verwirrspiel weiter und bietet dem Zuschauer alle möglichen Kombinationen von neben- und übereinanderliegenden Körpern, dazu Dekolletés und zweideutige Gespräche. Eine Autorin (Käthi Schaffhauser), die in diesem Chaos einen Buchvertrag abschliessen will, stiftet noch zusätzliche Verwirrung.

Die schauspielerische Leistung der Waldegg-Bühne war an diesem Abend hervorragend. Freilich würde man sich gerade deswegen wünschen, die Truppe könnte schauspielerisch von einem komplexeren Stück noch etwas mehr gefordert werden.