Das Fischessen des Pontoniere-Vereins gehört schon seit zwanzig Jahren zu Dietikon. Im Rahmen des zusammenhängenden Wettkampfs stärken sich die Mitglieder des Vereins, aber auch viele Freunde und Bekannte mit knusprigen Zander-Filets. Zwei Besucherzelte sind auf dem Areal aufgestellt, mit Blick auf die Limmat: «Ich finde diese Idylle in Dietikon sehr schön, und das sollte man den Leuten, die nicht in unserem Verein sind, auch zeigen», sagt Urs Rufer, Präsident des Pontoniere-Vereins.

«Viele, die nicht in Dietikon wohnen, kennen diesen schönen Flecken gar nicht.» Damit meint Rufer auch die vielen Besucher und Teilnehmer des ersten Wettkampfs der Pontoniere, der gleichzeitig der Startschuss zur Saisoneröffnung ist. Zu diesem Anlass erwartet Rufer ca. 1000 Wettkämpfer aus der ganzen Schweiz: Das erfordere eine Menge Organisation, aber es lohne sich, ergänzt der Präsident, schliesslich sei es fester Bestandteil des Jahresprogramms.

Hinter den Zelten befindet sich auch gleich die offene Küche. Während die einen im Akkord den frischen Zander waschen, marinieren ihn die anderen. Bei Reto Eichenberger landen die frischen Zander-Filets schliesslich in der Fritteuse. Der 34-Jährige ist seit fünf Jahren im Pontiere-Verein und ist dieses Jahr zum dritten Mal für das heisse Ölbad der Fische zuständig. «Es macht mir Spass, auch wenn es danach ein Weilchen braucht, bis ich den Frittier-Geruch loswerde», sagt der Steuermann eines Pontonierebootes.

Eichenberger lässt sich aber trotz Stress den Genuss der Fischfilets nicht entgehen, immer zwischendurch gönne auch er sich ein knuspriges Zanderstück. Dass die Fische zu roh sein könnten oder gar zu lange in der Fritteuse bleiben, davor hat der Birmensdorfer keine Angst: «Langsam habe ich ein Feeling für den richtigen Garpunkt entwickelt.» Kein Wunder – schliesslich werden pro Fischessen an die 400 Kilogramm Zander frittiert und den Besuchern serviert.

Im Besucherzelt sind auch Tanja Schwärzler und Dejan von Tobel. Die Schlieremer kommen regelmässig zum traditionellen Fischessen, obwohl sie selbst nicht im Verein sind: «Unsere Freunde sind im Pontoniere-Verein, uns fehlt dazu die Zeit», sagt von Tobel. Ausserdem kenne er die Serviertochter seit ihrer Geburt, ergänzt der Schlieremer mit einem Lachen. Der Fisch sei sensationell, da sind sich die beiden einig, jedoch geniesst von Tobel den Zander lieber ohne Brot: «So hat es mehr Platz», scherzt er, bevor schon die nächste Bestellung von der Bedienung an seinen Tisch gebracht wird.