Spiel des Lebens
Ein fataler Fehlschuss beeinträchtigt die Aufstiegschancen

Fussballer Dani Baer in der Serie «Spiel des Lebens» über geplatzte Träume mit dem FC Dietikon in der 2.-Liga-Saison 1987/88. Der langjährige Spieler und Juniorentrainer steht heute als Schiedsrichter beim FC Oetwil-Geroldswil auf dem Feld.

Raphael Biermayr
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Dani Baer (auf dem Theaterplatz in Baden) mit einer Abbildung des Dietiker Mannschaftsfotos der Saison 1987/88.bier

Dani Baer (auf dem Theaterplatz in Baden) mit einer Abbildung des Dietiker Mannschaftsfotos der Saison 1987/88.bier

Ich sah von der Bank aus, wie wir auch im Rückspiel gegen Brühl in Rückstand gerieten – und in der 43. Minute ein Penalty für uns gepfiffen wurde. Viele Mitspieler sahen zu mir heraus. Jeder wusste, dass ich treffen würde. Und ich dachte: Trainer, jetzt musst du mich einfach bringen und über deinen Schatten springen. Ich bin heute noch zweihundertprozentig davon überzeugt, dass ich diesen Penalty verwandelt hätte, auch wenn ich nicht aufgewärmt war. Jahre vorher hatte ich einmal die drei ersten Plätze am Penaltyschiessen am Dietiker Grümpi belegt.

Spiel des Lebens

In der Rubrik «Spiel des Lebens» erzählen Persönlichkeiten aus der regionalen Sportszene von ihrem denkwürdigsten Sportereignis. Heute: Dani Baer (53), langjähriger Spieler und Juniorentrainer im FC Dietikon, heute neben anderen Aufgaben im Fussball Schiedsrichter im FC Oetwil-Geroldswil.

Dabei hatten wir eine bombastische Saison gespielt. Unter Trainer Arno Wolfensberger war ich der klassische Sechser, über den man nicht häufig spricht. Als Penaltyschütze trat ich aber oft in Erscheinung. Ich verwandelte jeden der sieben, acht Penaltys in dieser Saison. Darunter einen im letzten Gruppenspiel gegen Buttikon, wo ich sogar selbst gefoult worden war. Aus anderen Situationen traf ich aber nie.

In den Aufstiegsspielen gegen Brühl waren wir euphorisch, hatten eine tolle Truppe. Im Hinspiel zeigten wir eine gute Leistung, lagen aber 0:1 zurück. Unverhoffter Dinge kam ich aus 16 Metern zum Abschluss und jagte den Ball in die Wolken. Ich hätte unbedingt treffen müssen, ein Tor wäre die halbe Miete gewesen – das hörte ich auch von aussen. Es blieb beim 0:1.

Vor dem Rückspiel waren wir guter Dinge. Wir hatten ja nicht hoch verloren. Ich ging davon aus, dass ich aufgestellt würde. Schliesslich hatte ich alle Spiele zuvor von Anfang bis zum Schluss bestritten. Doch Wolfensberger setzte mich auf die Bank. Ich vermutete, dass das die Quittung für die vergebene Torchance war.

Es war hart zu akzeptieren, dass ich nicht mitspielen und auch den Penalty nicht schiessen durfte. Daran hatte ich lange zu kauen. Aufgezeichnet von: Raphael Biermayr