Das Jahr der Freiwilligen

Ein falsches Spiegelei, das himmlisch schmeckt

Das Mittagstisch-Team: Annamarie Frösch, Marlis Bloch, Jeanette Matt, Verena Ikonomidis, Dolores Trevisan, Arthur Frösch (auf dem Bild fehlt Madeleine Krähenbühl). Foto: Susanne Brem

Das Mittagstisch-Team: Annamarie Frösch, Marlis Bloch, Jeanette Matt, Verena Ikonomidis, Dolores Trevisan, Arthur Frösch (auf dem Bild fehlt Madeleine Krähenbühl). Foto: Susanne Brem

Das Jahr 2011 gilt offiziell als das «Jahr der Freiwilligen». Einer dieser ganz vielen Freiwilligen im Limmattal ist Arthur Frösch. Einmal pro Monat steht er in der Küche und kocht rund 45 Menüs für die Gäste am Mittagstische der Pro Senectute.

Das Jahr 2011 gilt offiziell als das «Jahr der Freiwilligen». Einer dieser ganz vielen Freiwilligen im Limmattal ist Arthur Frösch. Einmal pro Monat steht er in der Küche und kocht rund 45 Menüs für die Gäste am Seniorenmittagstisch der Pro Senectute, an der Freiestrasse 23.

«Hier schauen Sie, das hier ist unser Dessert von heute – ein falsches Spiegelei!», stolz präsentiert der Mann die Dessertschale. Natürlich gibt es kein richtiges Spiegelei zum Nachtisch! – Nein, es sieht nur so aus wie eines! In Wirklichkeit ist das hier eine luftige Quarkcrème, gemischt mit Joghurt, Schlagrahm, Zucker und Vanillezucker. Und in der Mitte der Crème liegt eine halbe Aprikose. Voilà – sieht aus wie ein Spiegelei und es schmeckt himmlisch!

Auch das Hauptmenü kann sich sehen lassen: Heute gab es ein feines Kalbsvoressen, mit Karotten und Kartoffelstock. Und zur Vorspeise eine Suppe und einen Nüsslisalat mit Ei.

Seit morgens um neun stand Arthur Frösch mit seiner sechsköpfigen Crew in der Küche. Sechs Kilo Fleisch hatte er tranchiert und das Team half mit beim Rüsten. «Wir haben klare Aufteilungen: Meine Frau ist für den Salat und das Dessert zuständig, das Fleisch, das Gemüse und die Sauce mache ich. Verena Ikonomidis ist heute unsere Teamverantwortliche. Zwei weitere Frauen sind Küchenhilfen und zwei sind im Service», erklärt er. Der Seniorenmittagstisch findet jeden Montag statt. 13Franken kostet das Menü: das ist zum Selbstkostenpreis.

Die Arbeit schenkt Vitalität

Vier Küchenteams wechseln sich regelmässig ab beim Kochen. So ist jedes Team einmal pro Monat an der Reihe. «Wir sitzen regelmässig zusammen und besprechen die kommenden Menü-Vorschläge. So sind wir immer gut organisiert.» Und er ergänzt: «Die Arbeit hier erhält uns frisch, sie schenkt uns Vitalität.» Daheimhocken – das sei doch nichts, sagt der 75-Jährige: «Da wirst du stur und kommst ins Grübeln. Aber hier haben wir es schön untereinander. Wir gehen gemeinsam auf Vereinsreisen. Und es haben sich neue Freundschaften ergeben.» Zweimal im Jahr lädt die Pro Senectute ihre freiwilligen Helfer zu einem Anlass ein. «Einmal waren wir im Ballenberg und kürzlich in Murten, mit dem Car. Das ist dann unser Lohn», freut sich Arthur Frösch. «Das war wunderschön. Wir hatten riesig den Plausch!», sagt er.

Schon als Bub habe er der Mutter immer in die Töpfe geguckt, erinnert er sich. Sie sei eine wunderbare Köchin gewesen. Dort habe er sein Rüstzeug gelernt. Aufgewachsen ist Frösch im Aargauischen Zofingen auf einem kleinen Bauernbetrieb. 1959 hat er geheiratet. Im Jahr 1962 zog er mit seiner Familie nach Schlieren. 35Jahre lang arbeitete er als Versicherungsagent.

«Frög doch de Thuri!»

Zum Kochen kam er schliesslich zufällig: In jungen Jahren hatte er einen Unfall. Als er dann in den WK einrücken musste, stellte ihn der Militärarzt in die Küche. «Dort lernte ich, was es heisst, für über 100 Menschen zu kochen. Das waren super gute Erfahrungen!»

Das musste sich auch später noch herumgesprochen haben, denn als die Pro Senectute vor acht Jahren einen Freiwilligen suchte, für die Küche, hiess es gleich: «Frög doch de Thuri!» – und Arthur Frösch hatte zugesagt. Seine Frau nahm er gleich mit ins Team und so haben die beiden, nebst einem schönen grossen Garten und der Musik, ein weiteres, gemeinsames wunderbares Hobby: der Freiwilligendienst, am Seniorenmittagstisch, im Team der Pro Senectute.

Der Mittagstisch für Senioren findet jeden Montag statt, Freiestrasse 23, erster Stock. Anmeldung erforderlich. Zurzeit sucht das Team einen neuen freiwilligen Koch zur Ergänzung des Teams. Interessenten können sich melden unter der Telefonnummer 044/730 77 56 (immer montags).

Meistgesehen

Artboard 1