Wer hätte das gedacht: Der FC Schlieren, der letzte Woche noch Tabellenschlusslicht Srbija mit 0:1 unterlegen war, zeigte gegen den Leader aus Lachen/Altendorf ein komplett verändertes Gesicht und erkämpfte sich zu Hause auf dem Sportplatz Zelgli einen wohlverdienten Punkt. «Wir haben zuletzt nicht das gezeigt, was wir eigentlich können. Deshalb war die Enttäuschung bei uns allen sehr gross. Wir wollten die Partie gegen Lachen als eine Revanche nutzen, um mit einem positiven Erlebnis in die Winterpause zu gehen», fasste Schlieren-Trainer Besnik Ramadani die Einstellung seiner Equipe zusammen.

Und genau so trat der FC Schlieren auch auf: Die Limmattaler waren von der ersten Minute an gewillt, dem Favoriten aus dem Kanton Schwyz das Leben schwer zu machen. Sie gingen energisch auf jeden Ball und praktizierten hohes Pressing. Lachen wirkte hiervon bisweilen überrumpelt und fand in der Startphase nicht zu seinem Spiel. Dies nutzten die Schlieremer früh aus: In der siebten Minute traf Valdrin Hoti zur viel umjubelten Führung für das Heimteam. Der Stürmer setzte nach einer abgefangenen Hereingabe von der rechten Seite vorbildlich nach, schnappte sich die Kugel und beförderte diese via Lattenunterkante ins Netz.

Nennenswerte Chancen

Auch nach dem Treffer waren es vor allem die Schlieremer, die zu den nennenswerteren Chancen kamen. Dies lag vor allem auch daran, dass die Ramadani-Elf defensiv enorm viele Meter abspulte und so sämtliche Angriffsbemühungen der Gäste irgendwie zu unterbinden wusste. In der 23. Minute hätte Schlieren gar mit 2:0 in Führung gehen müssen: Hoti tänzelte flink durch den Strafraum und schoss am Ende aus enorm spitzem Winkel selbst ab, statt den Ball in die Mitte zu spedieren, wo einige seiner Mitspieler einschussbereit platziert gewesen wären. So landete der Ball im Aussennetz und es blieb beim knappen Vorsprung.

Diesen konnten die Limmattaler jedoch nicht mit in die Kabine nehmen. Denn unmittelbar vor dem Pausentee trafen die Gäste doch noch. Für einmal war die Schlieremer Defensive nicht ganz auf der Höhe und prompt schnappten die Lachener zu. Eine Kombination über den rechten Flügel fand den Weg zu Fatmir Gojani, dieser scheiterte zwar zunächst an FCS-Keeper Vollenweider, brachte denBall mit dem Nachschuss aber doch noch über die Linie.

Von diesem Rückschlag liess sich der FC Schlieren im zweiten Durchgang aber nicht aus dem Konzept bringen. Er blieb seiner Linie treu, glaubte an seine Chance und kämpfte konsequent weiter um jeden Ball. Die Lachener ihrerseits drehten in der zweiten Halbzeit auf und versuchten das Spieldiktat zu übernehmen. Weil die Schlieremer jedoch unerbittlich dagegenhielten und der durchnässte Rasen auf dem Zelgli ohnehin nicht gerade optimale Voraussetzungen für fussballerische Leckerbissen mit sich brachte, verstrich die zweite Halbzeit nahezu ohne gefährliche Strafraumszenen. Vielmehr prägten hart geführte Zweikämpfe und lange Bälle das Bild des zweiten Durchgangs. Der Ablauf der fünfminütigen Nachspielzeit besiegelte schliesslich eine leistungsgerechte Punkteteilung.

«Tolle Leistung»

«Kämpferisch war das eine tolle Leistung unserer Jungs gegen ein spielstarkes Team wie Lachen. Hätte mir jemand vor der Partie dieses Resultat angeboten, hätte ich das sofort unterschrieben», zeigte sich Ramadani mit dem Resultat zufrieden. Wichtiger als das Resultat dürfte dem Schlieremer Coach indes sein, dass sein Team die von ihm geforderte Reaktion auf die Schwächephase der letzten Wochen gezeigt hat und sich mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause verabschiedet.