Schlieren
Ein Durchstich soll den Verkehr vom Zentrum fernhalten

Parlament und Stimmvolk befinden bald über den 6,5-Millionen-Kredit für den Ausbau der Goldschlägistrasse

Florian Niedermann
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Noch können erst Fussgänger und Velofahrer die direkte Verbindung von der Bernstrasse zur Goldschlägistrasse nutzen.

Noch können erst Fussgänger und Velofahrer die direkte Verbindung von der Bernstrasse zur Goldschlägistrasse nutzen.

Florian Niedermann

Nun gilt es ernst, was die verkehrsplanerische Zukunft der Stadt Schlieren betrifft. Am 30. November wird die Bevölkerung voraussichtlich an der Urne über einen Kredit von 6,5 Millionen Franken für den Ausbau der Goldschlägistrasse befinden. Das Projekt sieht vor, dass die Strasse in nördlicher Richtung verlängert wird, sodass zwischen Züricher-/Badenerstrasse und der Bernstrasse eine neue Verbindungsachse entsteht. Damit entscheidet das Stimmvolk über den ersten Mosaikstein der zukünftigen Verkehrsführung im Zentrum.

Ziel dieser Massnahme sei es, den Verkehr besser zu verteilen, sagt Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP): «Durch die neue Verkehrsroute werden der geplante Zentrumskreisel und die Engstringerbrücke beim Bahnhof entlastet.» Gleichzeitig sollen nach dem Ausbau der Goldschlägistrasse auch die Verkehrsfrequenzen des Wohnquartiers am Rietpark entlang der Brandstrasse sinken. Damit komme es auch bei der Einmündung der Brandstrasse in die Engstringerstrasse zu weniger Verkehrsaufkommen, was wiederum eine Entlastung der Engstringerkreuzung zur Folge habe, so Bärtschiger. «Mehr Autos im Vergleich zu heute sind nach der Umsetzung des Projekts wohl an der Goldschlägistrasse zu erwarten. Aber dort sind insbesondere im Nordteil hauptsächlich Betriebe angesiedelt», erklärt er.

Markus Bärtschiger (SP), Bauvorstand

Markus Bärtschiger (SP), Bauvorstand

Zur Verfügung gestellt

Land kostete 3,8 Millionen

Derzeit besteht eine Verbindung zwischen Goldschlägi- und Bernstrasse nur für Fussgänger und Velos. Damit an dieser Stelle eine in beiden Richtungen befahrbare Strasse samt Trottoir und Velostreifen entstehen kann, hat die Stadt drei bebaute Parzellen westlich der Goldschlägistrasse für insgesamt 3,8 Millionen Franken erworben. Auch diese Ausgaben sind im Projektkredit für den Ausbau der Strasse enthalten. Zwei Gebäude wurden bereits abgerissen. Mit dem Rückbau des Dritten will der Stadtrat noch warten, bis der Kredit vom Volk abgesegnet ist.

Die Behörden stehen bei der Realisierung des Goldschlägi-Projekts unter Zeitdruck: Es ist terminlich auf den Baubeginn der Limmattalbahn und des Verkehrskreisels im Zentrum im ersten Quartal 2017 abgestimmt. Der Kanton Zürich plant davor mit der Sanierung der Hallerkreuzung und dem Neubau der Schönenwerdbrücke zwei grössere Eingriffe entlang der Bernstrasse auf Dietiker Gemeindegebiet. Dabei spielt der Ausbau der Goldschlägistrasse eine entscheidende Rolle. Denn: Der Kanton will die neue Verbindungsstrasse ist für die Verkehrsverlagerung während der Bauarbeiten nutzen. Vom Frühling bis Herbst 2015 müsste sie die Stadt gemäss Zeitplan bauen, damit er rechtzeitig mit den Arbeiten an der Hallerkreuzung beginnen kann. Die Goldschlägistrasse ist als kommunale Strasse klassiert, weshalb die Stadt die Kosten für ihren Ausbau trägt. Die Arbeiten bei der Einmündung in die Bernstrasse und die damit verbundenen Ausgaben fallen hingegen mehrheitlich in die Kompetenz des Kantons.

Das Parlament wird voraussichtlich bereits an der Sitzung vom 22. September über den Kredit befinden. Sofern es die Vorlage nicht zurückweist, kommt das Geschäft Ende November an die Urne. Bei einem Nein zur Verlängerung der Goldschlägistrasse wären auch die beiden Kantonsprojekte infrage gestellt, wie der Stadtrat in der Vorlage zum Kredit schreibt.

Kritiker forderten zweite Route

Bei den Debatten um die Verkehrsplanung von Stadt und Kanton im Schlieremer Parlament war diese Entlastungsachse bisher unumstritten. Kritiker der neuen Verkehrsführung mit dem einspurigen Kreisel im Zentrum hatten ursprünglich gar eine zweite flankierende Entlastungsroute bei der NZZ-Druckerei über die Rüti- zur Bernstrasse und weiter über das Erdbeerifeld nach Unterengstringen gefordert.

Während der Kanton diese östliche Verbindungsachse nicht in seine übergeordnete Richtplanung aufnehmen wollte, hiess er die Verlängerung der Goldschlägistrasse gut (die Limmattaler Zeitung berichtete). Östlich des Zentrums will man den Verkehr nun über die Hermetschloo-Brücke auf die Bernstrasse verlagern.