Urdorf
«Ein Drittel der Massnahmen ist erledigt»

Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner hat der Exekutive mit dem Leitbildprozess ehrgeizige Ziele gesteckt. Besonders das «Gespräch mit der Gemeindepräsidentin» ist ihr wichtig.

Flavio Fuoli
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Das Leitbild helfe dem Gemeinderat im Alltag, sagt Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner. FUO

Das Leitbild helfe dem Gemeinderat im Alltag, sagt Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner. FUO

Sandra Rottensteiner (EVP) ist als neu gewählte Gemeindepräsidentin gemeinsam mit dem Gemeinderat gleich mit einem Leitbildprozess in die neue Legislatur 2010 bis 2014 eingestiegen. Angegliedert ans Leitbild ist ein 78 Punkte umfassender Massnahmeplan, dessen Realisierung sich der Gemeinderat vorgenommen hat.

«Heute ist ein Drittel der Massnahmen abgeschlossen», weiss die Gemeindepräsidentin auf Anfrage zu berichten. «Der Plan deckt die Zeit bis 2020 ab, aber grossmehrheitlich sind die Massnahmen bis 2014 zu erledigen.» Ausnahmen seien die verbesserte Verkehrserschliessung oberhalb der Bahnlinie und das Heranführen der Regiospitex näher ans Spital Limmattal. Dies werde nicht mehr in dieser Legislatur realisiert.

Einbürgerungskonzept umgesetzt

Als eine der wichtigsten erledigten Massnahmen erwähnt Sandra Rottensteiner das «Gespräch mit der Gemeindepräsidentin». Dabei handelt es sich um ein neues Angebot für die Einwohner, die sich direkt bei ihr mit Problemen oder Fragen melden können. 2011 fanden sieben Gespräche statt. Erledigt wurde mit der Abstimmung im Dezember an der Gemeindeversammlung auch die vorschulische Kinderbetreuung.

Das Hochwasserschutzkonzept gemäss Gefahrenkarte wurde als flankierende Massnahme vonseiten des Kantons auferlegt. Damit kann das Projekt Sanierung Birmensdorfer-/Feldstrasse seitens der Gemeinde weiter entwickelt werden.

Schliesslich haben die Urdorfer Behörden das Einbürgerungskonzept umgesetzt. Dabei wird die Sprache neu an der Berufsschule Dietikon getestet, wie auch das staatskundliche Wissen. Früher musste dies der Gemeinderat selber abklären. «Das ist ein wichtiger Meilenstein», so die Gemeindepräsidentin. «Er führt zu einer Verbesserung der Voraussetzungen für alle. Es bedeutet Vereinheitlichung und Professionalisierung.»

Ferner änderte die Verwaltung die Gestaltung der Gemeindeversammlungsbroschüre, welche zudem nur noch auf Bestellung verschickt wird. Dafür werden Weisungen und Traktanden im «Urdorf aktuell» publiziert und im Internet aufgeschaltet.

Die Tarif- und Benutzerverordnung über die Sport- und Freizeitanlagen wurde in Absprache mit dem Kartell der Ortsvereine überarbeitet.

55 Prozent zurzeit realisiert

«Rund die Hälfte der Massnahmen aus dem Leitbild werden derzeit realisiert. Teilweise», so Sandra Rottensteiner, «bleiben sie am Laufen, weil sie periodisch überprüft werden müssen.»

Sie erwähnt als eine der wichtigsten Massnahmen die Erarbeitung einer Einzonungsvorlage für die Überbauung Bölisbaumgarten am südlichen Dorfrand in Oberurdorf. Davon betroffen sind insgesamt 1,5 Hektaren. Ziel ist es, die Vorlage in diesem Jahr vor die Gemeindeversammlung zu bringen.

Intensiv beschäftigt die Exekutive auch die Gestaltung des Raums entlang der künftigen Limmattalbahn. Generell wolle der Gemeinderat sich übers gesamte Siedlungsgebiet raumplanerische Überlegungen machen und Konzepte erarbeiten, die Aufschlüsse über die Möglichkeit einer sinnvollen Gemeindeentwicklung aufzeigen sollen. Erstens für den Wirtschaftsraum «Nord», der durch die geplante Limmattalbahn aufgewertet wird. Ferner für die übrigen Gebiete im Hinblick auf die Revision des kantonalen Richtplans, der 2013 in Kraft treten soll.

Denn durch Siedlungs- und Wachstumsdruck in den Ballungszentren Dietikon und Schlieren, welche auch Auswirkungen auf die Anrainergemeinden hätten, überprüfe man in Urdorf, welche Massnahmen notwendig seien, um die Lebensqualität aufrechtzuerhalten, erklärt die Gemeindepräsidentin. Dazu gehört auch, mit welchen Massnahmen der Durchgangsverkehr auf den Hauptachsen reduziert werden könne, so Sandra Rottensteiner.

Der Rest seien eine Vielzahl von Massnahmen, die periodisch wiederkehrend sind, wie etwa die Kontaktpflege zu Wirtschaftsvertretern oder Anspruchsgruppen in der Gemeinde.

Zukunftweisendes Projekt

Einen besonderen Wert bemisst die Gemeindepräsidentin der Erneuerung und Erweiterung des Zentrums Spitzacker. Mit Annahme des Gestaltungsplans soll das Projekt, das «unser Dorf nachhaltig für die Zukunft prägen wird», so Rottensteiner, umgesetzt werden können.

Der Massnahmeplan sieht demgegenüber auch viele Dinge vor, die von aussen nicht unmittelbar ersichtlich sind, so etwa die Daueraufgabe der Pflege oder der Standortentwicklung.

Freibad erst ab 2015

Es gibt aber auch Massnahmen, deren Realisierung noch nicht angegangen wurde. Die Gemeindepräsidentin erwähnt das Internetprojekt im Alterszentrum Weihermatt, das erst Ende 2012, nach dem Umbau, umgesetzt werden soll. Ebenfalls noch nicht angegangen wurden Abklärungen für einen allfälligen Sanierungsbedarf bezüglich des Freibads Weihermatt. Diese kommen erst ab 2015 zum Zug.