Mit dem Song «Sie isch plötzlich uuftaucht» macht der Sänger und Gitarrist Toni Vescoli am Freitagabend in der Dietiker Zino Platinum Lounge den Auftakt zu einem stimmungsvollen und abwechslungsreichen Liederabend. «Zytlos» heisst das Motto seines Liederabends mit dem Keyboarder und Akkordeonisten Markus Maggi.

Seit 1959 auf der Bühne

Doch plötzlich, nach dem ersten Lied, streikt die Soundanlage. Leicht nervös bemerkt Toni Vescoli: «Keine Ahnung, die Batterie ist neu und es ist keine von der Migros oder Ikea.»

Dann geht es weiter mit «Hey Baby, was isch los?» Nach vier Liedern fragt die Sänger-Legende mit dem ergrauten Rossschwanz in die Runde: «Händ ers überhaupt guet?»

Und merkt an: «Ich finde es wunderbar, dass Sie nach diesem Sauwetter nun an diesem prächtigen Sommerabend trotzdem hier in dieser Lounge sitzen und meinen Liedern zuhören, anstatt draussen zu grillieren.»

Im Jahr 1959 stand Toni Vescoli erstmals auf der Bühne – um seinem älteren Bruder nachzueifern, der mit seiner Musik grossen Erfolg bei der Damenwelt haben musste. So steht es in einer mehrseitigen Biografie des berühmten Schweizer Musikers.

1970 schien schon alles vorbei zu sein

Den grossen Durchbruch schaffte der heute Siebzigjährige mit Les Sauterelles. Doch im Jahre 1970 schien das Ende der Heuschrecken bereits besiegelt. Nach zahlreichen Wechseln im Line-up der Band stellte Vescoli seine Mitmusiker vor die Wahl: entweder als Amateurband weitermachen oder die Band auflösen.

Sie entschieden sich für Letzteres und Vescoli veröffentlichte eine Todesanzeige für die Band, die man auch die «Schweizer Beatles» genannt hat. In diesem Frühjahr jedoch ist die Band «von den Toten auferstanden», Les Sauterelles hüpfen wieder. «Today» ist das erste neue Studioalbum der Band seit bald einem halben Jahrhundert.

Doch zurück in die Zino Platinum Lounge. Der ganz spezielle Groove von Vescolis Musik kommt beim Dietiker Publikum bestens an. Es nippt an einem Drink und klatscht zwischendurch munter zu den Songs.

Die nostalgisch-nachdenklichen Lieder untermalt Vescoli des Öftern mit seiner Mundharmonika. Und immer wieder wechselt der Sänger seine Gitarre – gleicht sieben davon hat er für diesen Abend mitgebracht.

Dem Publikum hat’s gefallen

Nach dem Konzert meinte Peter Anliker aus Dietikon: «Toni Vescoli ist fast gleich alt wie ich. Zum ersten Mal sah ich Vescoli, als ich noch in der Gewerbeschule war. Ich verbinde daher viele Erinnerungen mit ihm.»

Für seine Generation sei er mit der Band Les Sauterelles ein Vorbild gewesen. Annette Vondach hörte Toni Vescoli zum ersten Mal live. «Seine tiefe, markante Stimme höre ich sehr gerne und auch auf der Gitarre spielt er prima», ergänzte die gebürtige Lausannerin.

Zu den Fans von Vescoli gehörte ebenso Carmen Soltermann aus Zürich: «Seit meiner Jugend begleitet mich dieser Liedermacher. Seine Lieder, seine Texte und die Musik finde ich rassig.» Auch der intime Rahmen der Lounge gefalle ihr sehr und habe gut zur Musik gepasst.