Geroldswil
Ein Coop und Wohnungen: So soll das neue Dorfzentrum aussehen

Die Planung des Geroldswiler Zentrums konkretisiert sich allmählich: Das Siegerprojekt zur Bebauung des Kiesplatzes steht fest, dessen Finanzierung jedoch nicht. Das Projekt soll 30 Millionen Franken kosten.

Alex Rudolf
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Der Geroldswiler Chilbiplatz soll dereinst so aussehen: Im Erdgeschoss ist eine Coop-Filiale geplant, in den drei bis fünf Obergeschossen sollen Wohnungen entstehen. Foto: ZVG

Der Geroldswiler Chilbiplatz soll dereinst so aussehen: Im Erdgeschoss ist eine Coop-Filiale geplant, in den drei bis fünf Obergeschossen sollen Wohnungen entstehen. Foto: ZVG

Am Donnerstagabend präsentierte die Gemeinde den Siegerentwurf aus der Feder des Zürcher Architekturbüros Baumberger & Stegmeier für das Baufeld Ost, besser bekannt unter dem Namen Chilbiplatz. Wo heute Kies liegt, soll eine Überbauung entstehen, die im Erdgeschoss den Grossverteiler Coop beherbergt. In den drei bis fünf Obergeschossen sind rund 25 Mietwohnungen geplant, die einen möglichst breiten Mietermix zulassen. In einer Tiefgarage sollen bis zu 150 Autos Platz finden. Voraussichtlich betragen die Kosten für das Kiesplatz-Projekt rund 30 Millionen Franken.

Die Überbauung besteht insgesamt aus vier Baukörpern. Der viergeschossige Gebäudeteil an der Limmattal-/Gemeindehausstrasse bezeichnen die Architekten als Hofhaus, den sechsgeschossigen an der Huebwiesenstrasse als Platzhaus. «Das Siegerprojekt gibt der Gemeinde nicht nur eine neue Adresse, sondern auch ein neues Gesicht», sagte Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) am Donnerstag bei der Präsentation.

Ihnen sei es wichtig gewesen mit dem Entwurf einen Bezug zum bestehenden, «tollen» Zentrum Geroldswil zu schaffen, erklärte Architekt Peter Baumberger. Mit dem quadratischen Platz etwa, der an der Kreuzung Huebwies-/Gemeindehausstrasse geplant ist und an den Zentrumsplatz erinnern soll. In der Mitte des neuen Platzes wird dereinst ein Brunnen den Aussenraum verschönern. Ebenso wird Geroldswil um einen Boulevard mit Baumallee reicher. Dieser wird entlang der Gemeindehausstrasse bis zur Einmündung in die Limmattalstrasse geführt. Zur Stärkung des Zentrums ist eine Café-Bar mit Imbiss oder ein kleineres Detailhandelsgeschäft im Erdgeschoss des Kopfbaus an der Huebwiesenstrasse geplant.

Gartenhof auf dem Sockelbau

Eine weitere Aufgabe für das Architekturteam war die Gestaltung des Aussenraums. Auf dem Sockelbau sieht die Planung einen Gartenhof vor, der die vier Baukörper miteinander verbindet. Darauf sollen neben einem Wegnetz und einer Spielfläche auch Staudenbepflanzungen Platz finden.

Bereits seit Jahren erarbeitet die Gemeinde Grundlagen zur Aufwertung ihres Zentrums. So präsentierte die Exekutive im Jahr 2013 die Resultate einer Planungsstudie. Die flankierenden Massnahmen um den Bau der dritten Gubriströhre sowie der Limmattalbahn gaben den Ausschlag dafür, dass sich Geroldswil mit seinem Zentrum befasst. Der Kanton wird nämlich einen Kreisel bei der Einfahrt von der Limmattal- in die Gemeindehausstrasse erstellen. Dorthin wird auch die Bushaltestelle verschoben. Mit diesem Schritt wird die Wiese, wo die Busse heute Halt machen, frei und kann unter dem Namen «Baufeld West» bebaut werden. Hierfür haben die Architekten von Baumberger & Stegmeier bereits Vorstellungen, was die Gebäudehöhe angeht. So soll dort dereinst ein viergeschossiger Bau entstehen, der den quadratischen Platz abschliesst.

Der dritte Schwerpunkt der Zentrumsentwicklung ist das Hotel Geroldswil. Geplant war im Hotelgebäude, nach Ablauf des Pachtvertrags mit der heutigen Betreiberin im Jahr 2022, Alterswohnungen zu erstellen. Ein Neubau im nordwestlichen Teil des Grundstücks sollte Familienwohnungen beherbergen. Vor wenigen Wochen wurde jedoch bekannt, dass die Hotelbetreiberin den Pachtvertrag bereits auf Juni 2017 kündigt, das Gebäude also bereits dann frei wird. Welchen Einfluss dies auf den weiteren Zeitplan der Geroldswiler Zentrumsentwicklung hat, ist noch nicht bekannt.

Nun folgt der Gestaltungsplan

Wie der Geroldswiler Hochbauvorstand Willy Oswald (FDP) am Donnerstag ausführte, gehe es nun darum, die Überbauung des Chilbiplatzes bis zur Baubewilligung weiterzubearbeiten. Gemeinsam mit den Architekten von Baumberger & Stegmeier werde nun ein Gestaltungsplan erstellt, der vom Kanton abgesegnet werden müsse. Spätestens bis November 2016 sollte dieser stehen. Wann die Gemeinde über einen Projektierungskredit bestimmen kann, ist noch offen. Auch ob Geroldswil das Projekt selber finanziert, oder einen Investor sucht, werde sich noch zeigen.

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