Dietikon
«Ein Blick – Einblicke»: Dieser Künstler kann aus Bildern Musik machen

Der Künstler René Gubelmann zeigt seine neusten Werke in der Ausstellung «Ein Blick – Einblicke». Der konstruktiven Kunst ist er stets treu geblieben.

Franziska Schädel
Merken
Drucken
Teilen
undefined René Gubelmann ist nicht mehr wegzudenken aus dem Dietiker Kulturleben. Die Musik ist ihm zwar allmählich zu mühsam, doch das Malen kann er nicht lassen.
4 Bilder
undefined René Gubelmann ist nicht mehr wegzudenken aus dem Dietiker Kulturleben. Die Musik ist ihm zwar allmählich zu mühsam, doch das Malen kann er nicht lassen.
undefined René Gubelmann ist nicht mehr wegzudenken aus dem Dietiker Kulturleben. Die Musik ist ihm zwar allmählich zu mühsam, doch das Malen kann er nicht lassen.

undefined René Gubelmann ist nicht mehr wegzudenken aus dem Dietiker Kulturleben. Die Musik ist ihm zwar allmählich zu mühsam, doch das Malen kann er nicht lassen.

Franziska Schädel

Am kommendem Wochenende lädt der Dietiker Künstler René Gubelmann zur Werkschau in sein Atelier. «Ein Blick – Einblicke» heisst seine Ausstellung von Bildern und Skulpturen, von neu geschaffenen Werken und solchen, die nach über 30 Jahren ihre Faszination für den Betrachter nicht verloren haben. Der konstruktiven Kunst ist er auch in seinem aktuellen Schaffen treu geblieben.

Ans Aufhören denkt René Gubelmann noch lange nicht. Der Dietiker Künstler kann sich ein Leben ohne die Malerei nicht vorstellen, auch wenn er nächstes Jahr 70 wird. «Ich habe noch nie einen pensionierten Künstler gesehen», sagt er.

René Gubelmann ist Musiker und Kunstmaler, aber für Ersteres werde der Aufwand langsam zu gross. «Morgens um 4 Uhr von einem Auftritt nach Hause kommen und immer das Schlagzeug herumschleppen, das muss nicht mehr sein.» Prägend ist die Musik in der Kunst von René Gubelmann aber noch immer. Zwar sind es nicht mehr die geschwungenen Linien und Noten früherer Werke, aber seine Bilder widerspiegeln immer Takt und Rhythmus.

Einfach und hypnotisch: Die abwechselnden gelben und schwarzen Rechtecke sind den graden Schlägen des Disco-Beats nachempfunden.
5 Bilder
René Gubelmann
Dieser Beat ist weniger streng in der Form als die vorhergehenden. Die 3-D-Effekte stellen Dynamikunterschiede zwischen den Schlägen dar.
Dieser Beat folgt nicht einmal mehr einer Linie, ist also völlig frei in der Form. Man könne sagen, dass hier Freejazz abgebildet wird, sagt Gubelmann.
Der schwarz hinterlegte Balken stellt den Paradiddle-Beat dar, bei dem jeweils ein Doppel- auf zwei Einzelschläge folgt.

Einfach und hypnotisch: Die abwechselnden gelben und schwarzen Rechtecke sind den graden Schlägen des Disco-Beats nachempfunden.

David Hunziker

«Ich denke wie ein Musiker, wenn ich male. Als Schlagzeuger spiele ich rhythmische Improvisationen, probiere etwas aus.» Er klopft mit den Fingern einen Takt auf die Tischplatte. «Klingt es gut, dann prüfe ich, ob es auch auf der Leinwand überzeugt.»

Die klaren, geometrischen Formen kombiniert er in immer neuen Anordnungen und Farben und dabei experimentiert er auch gerne mit neuen Techniken. So stehen in seinem Atelier kleine dreidimensionale Skulpturen, die sich bei näherem Betrachten als Sinnestäuschung, weil zweidimensional, entpuppen. Die gleiche Technik einer vorgetäuschten dritten Dimension findet sich auch in Bildern aus dem Jahre 1985.

Am Anfang war eine Postkarte

Am Beginn seiner Auseinandersetzung mit der konstruktiven Kunst, der er sich seit 1995 verschrieben hat, stand eine Postkarte. «Als Kind sah ich ein Bild des holländischen Malers Piet Mondrian. So präzise und genau wollte ich malen können». Erst später merkte er, dass die Linien in den Bildern von Mondrian von Hand gezogene Pinselstriche waren. Gubelmann übte so lange, bis auch ihm mit Malstock und Pinsel die geraden Linien von der Hand gingen.

Bei seinen neusten Werken, die im Atelier zu sehen sind, habe er aber mit Klebeband gearbeitet, verrät er. «Es hat eine Zeit gedauert, bis mir diese neue Technik gelang und sich beim Entfernen des Klebebandes nicht wieder die Farbe vom Untergrund löste.»

Atelier René Gubelmann

Adresse: Vorstadtstrasse 20, Dietikon.

Öffnungszeiten:

- Freitag 18–20 Uhr,

- Samstag 14–18 Uhr,

- Sonntag 11–16 Uhr.

Die Idee, innert Jahresfrist seit seiner letzten Ausstellung seine Kunst erneut öffentlich zu präsentieren, hat René Gubelmann dazu inspiriert, neue Werke zu schaffen. «Ich habe immer Ideen im Kopf. Ohne Ziel realisiere ich sie aber nicht im vollen Umfang.»

Zu seinem 70. Geburtstag könnte er sich auch eine grössere Ausstellung in Dietikon vorstellen. Dann jähren sich auch die Verleihung des Dietiker Kulturpreises und seine Wahl zum Limmattaler des Jahres zum zehnten Mal. «Eine Retrospektive soll es aber nicht sein, dafür fühle ich mich noch zu jung», sagt Gubelmann mit einem Augenzwinkern. Er würde Bilder nur für diesen Anlass schaffen, aber alleine realisieren könne er eine solche Ausstellung nicht. Aufwand und Kosten dafür seien zu gross.

Die Ideen gehen ihm nicht aus

Gubelmann ist in Dietikon aufgewachsen und hat sich immer wieder für kulturelle Belange an seinem Wohnort engagiert. So war er auch Initiator des Big-Band-Festivals Dietikon. Er bedauert, dass in seiner Stadt, ausser im Amateurbereich, seit Jahren keine Kunstausstellungen mehr organisiert wurden. Das sei nicht nur für Künstler ein Verlust. Auch die Bevölkerung besuche gerne Ausstellungen, ist Gubelmann überzeugt.

Für die Zukunft fehlt es ihm für sein eigenes Schaffen nicht an neuen Projekten. Es gehe Richtung grosse Skulpturen auf Stahlträgern für den Aussenbereich. «Für den Rapidplatz in Dietikon, zum Beispiel», meint Gubelmann schelmisch. Die Probleme, sagt er, seien dabei für einmal keine künstlerischen, sondern statische. Wenn der letzte Nagel für die Ausstellung am Wochenende eingeschlagen ist, wenn jedes Bild dort hängt, wo es hinpasst, wird sich René Gubelmann mit diesem neuen Projekt auseinandersetzen.