«Bis um 5 Uhr morgens haben wir geschuftet, um diese Bühne für euch aufzustellen», ruft der Moderator ins spärliche Publikum vor der Bühne des zweiten «Open Air im Grüene» am Waldrand von Bergdietikon. Doch diese Aussage zeigt genau den Geist des kleinen, feinen Festivals. Es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre an diesem Samstagabend und die Organisatoren sind mit viel Aufwand und Herzblut bei der Sache. «Wir wollen euch zeigen, dass es auch super Musiker aus der Schweiz gibt, deshalb veranstalten wir dieses Festival für euch», tönt es weiter vom Mann hinter dem Mikrofon. Mit etwas Verspätung startet danach die erste Band «Voice & Piano».

«Little Chevy» ist der Höhepunkt

Mit Coverversionen berühmter Songs wie Johnny Cashs «Ring of Fire» oder Elvis' «In the Ghetto» bezirzen sie das immer noch spärliche Publikum, es entsteht eine angenehme Atmosphäre. Die meisten Gäste sitzen im Festzelt und lassen sich trotz mehrfacher Aufrufe nur schwer vor die Bühne locken.

Das ändert sich ein wenig, als der zweite Act des Abends «Pierre Piccarde feat. Funky Delicious» die Bühne betritt. Ihre tanzbare Mischung aus Funk und Soul begeistert die Zuschauer und lässt sie in Bewegung ausbrechen. Auch die vielen Kinder, die sich weniger fürs Open Air als für das «Grüene» interessieren, toben begeistert um die Bühne.

Kurz vor Ende des zweiten Sets bricht ein kurzer, heftiger Regenschwall über den Festivitäten nieder. Auch wenn das Publikum daraufhin in null Komma nichts im Zelt verschwindet, spielen «Funky Delicious» unbeirrt weiter. Ein bisschen Regen vertreibt echte Soul-Musiker halt nicht. Als das Wetter sich wieder gebessert hatte und die vorbereiteten Leucht-Kerzen entzündet wurden, tritt noch die letzte Band der Nacht an. «Little Chevy» sorgen mit rockigen Klängen und der bluesigen Stimme der Frontfrau für ein stimmungsvolles Ende dieses kleinen, aber sehr atmosphärenreichen Festivals.