«Mein Telefon klingelt ununterbrochen», sagt Michael Hunziker. Für die neue Gruppe, die er und seine Mitarbeiter ab April in der Geroldswiler Kindertagesstätte Stärneland betreuen werden, rennen ihm Familien jetzt schon die Türe ein: «Auch die jüngeren Geschwister einiger unserer Kinder, die erst in ein paar Monaten zur Welt kommen, werden schon angemeldet».

Bisher war die Kita Stärneland in einer Wohnung an der Poststrasse eingemietet. Mit dem Umzug an die Dorfstrasse 83 haben die Kinder seit Januar ein ganzes Bauernhaus mit Garten zur Verfügung.

Das neue Haus ist mehrstöckig und hat einen Garten

Das neue Haus ist mehrstöckig und hat einen Garten

Schon jetzt besuchen pro Woche 25 Kinder aus Geroldswil und Umgebung die Kita, die der 25-Jährige vor drei Jahren eröffnet hat. Nach dem Umzug ins Bauernhaus kann Hunziker das Angebot erweitern: «Das Haus bietet doppelt so viel Platz wie der frühere Standort, weshalb wir ab April weitere Krippenplätze anbieten können.» Die Kita Stärneland nimmt Kinder ab drei Monaten bis zum Schuleintritt an. «Pro Gruppe können wir 11 Plätze für Kinder bis zum Kindergartenalter bieten. Hinzu kommen acht Plätze für Hort-Kinder, also Kindergärtler, die wir zwischendurch in den Chindsgi bringen.»

Kita-Gründer Michael Hunziker vor dem neuen Standort

Kita-Gründer Michael Hunziker vor dem neuen Standort

Er will Vorurteile abbauen

Schon vor der Eröffnung des Stärnelands im Jahr 2013 musste Hunziker als männlicher Kleinkinderzieher gegen Vorurteile vonseiten der Elternschaft ankämpfen; die traditionellen Rollenbilder, welche die Frau als Erzieherin vorsehen, sind noch immer fest in den Köpfen verankert. Dem Jungunternehmer ist es wichtig, dass sich die Gesellschaft an Männer in Tagesstätten gewöhnen kann: «Ich beschäftige aktuell einen Lehrling und einen Praktikanten und möchte auch weiterhin einen Anteil an männlichem Personal beibehalten.» Es seien auch schon oft Leute an ihn herangetreten, die es toll fänden, dass auch Männer diesen Beruf ergreifen. Übel nimmt Hunziker Eltern einen Rückzug wegen seines Mann-Seins trotzdem nicht. «Das Kind ist das Wichtigste im Leben von Eltern und die Kita muss ihnen zusagen», meint er. Wenn es ihnen dabei unwohl sei wegen eines männlichen Erziehers, dann sei er ihnen deswegen nicht böse.

Der Krippenleiter rechnet damit, bis August seine zweite Kita-Gruppe komplett zu haben. «Das Kind muss sich immer erst in einer Krippe eingewöhnen, was je nach Kind von zwei Wochen bis zu einem Monat dauern kann», erklärt Hunziker. Zur selben Zeit sollten nicht mehr als zwei Kinder in der Eingewöhnungsphase sein, weshalb das Besetzen der Gruppe Zeit brauche. «Das Ziel ist, pro Gruppe zwei Kleinkindererzieher, eine Praktikantin und eine Lernende anzustellen, damit jeweils vier Personen die Kinder betreuen.»