Mal breit und ruhig, fast traurig das Adagio, dann wieder munter und fröhlich das Allegro und über allem ein wunderbar warmer, berührender Sopran. Die vier jungen Musiker überzeugen von Beginn an mit einer grossen Bandbreite an Ausdruckmöglichkeiten.

Mit ihrer Eröffnung der Pfingstkonzerte in der St.-Anna-Kapelle des Klosters Fahr begeisterten die Jungmusiker das Publikum mit einer hochstehenden Darbietung und einer spürbaren Freude am Musizieren. Jonas Zürcher, Cembalo, Sabina Curti, Barockvioline, Magdalena Dür, Barockcello, und die Sopranistin Stephanie Pfeffer spielten Werke von Corelli, Purcell, Couperin und Albinoni. Die Nachwuchsmusiker studieren alle an der Zürcher Hochschule der Künste.

Lob aus dem Publikum

«Diese jungen Menschen spielen so natürlich, so sympathisch und doch so ernsthaft, das hat mich sehr gerührt», verriet Priorin Irene Gassmann. «Dieser Abend war eine wunderbare Eröffnung der Pfingstkonzerte – eine richtige Ouvertüre.»

Auf dass es bereits einen Tag früher Pfingsten werde, hatte sich das Schweizer Oktett als Veranstalter der Pfingstkonzerte dieses Jahr entschieden, schon am Freitag mit einem Konzert zu beginnen. Zum ersten Mal war auch die kleine, romanische St.-Anna-Kapelle des Klosters Durchführungsort für eines der drei Konzerte, die dieses Jahr unter dem Motto «Barocke Pfingsten – märchenhafte Pfingsten – klassische Pfingsten» stehen.

Instrumente mit Darmseiten

Die Musiker spielten auf Instrumenten, wie sie zur Barockzeit verwendet wurden. Den Unterschied zu modernen Streichinstrumenten erklärte die Cellistin Magdalena Dür so: «Ein modernes Cello hat Metallsaiten, ein Barockcello hingegen Darmsaiten. Deshalb mussten wir auch ständig unsere Instrumente nachstimmen. In dieser feuchten Kirche verstimmen sie sich irrsinnig schnell», erklärte sie. Das Barockcello habe auch einen etwas herben Klang und dadurch seinen besonderen Reiz.

Die jungen Musiker bedankten sich für den warmen Applaus mit einer Zugabe von Purcell’s «The Plaint». «Sollen wir dieses traurige Lied wirklich nochmals spielen? Dann hören wir eben so traurig auf – aber Sie haben das entschieden», meinte Sabina Curti mit einem verschmitzten Lachen. Und Stephanie Pfeffer sang mit ihrer glockenhellen Stimme noch ein weiteres «Oh, let me weep». Es sei schön gewesen, für dieses Publikum zu musizieren, meinte die junge Österreicherin anschliessend. «Es hat uns allen sehr viel Spass gemacht.»

Bekannte reisen von weit her an

Erich Weiss ist Klavierschüler bei Jonas Zürcher. Er kam mit seiner Frau ans Konzert, um seinen Lehrer spielen zu hören. Die Darbietung der jungen Musiker hat ihm sehr gut gefallen, besonders auch der Ort, an dem das Konzert stattfand. Etwas abseits stand ein älteres Paar, das sich angeregt in österreichischem Dialekt unterhielt. Es waren die Eltern von Magdalena Dür. Sie waren extra für dieses Konzert von Feldkirch angereist. «Ich bin erstaunt, dass die jungen Leute ein solches Niveau erreichen», sagte der Vater und war sichtlich stolz auf die Leistung seiner Tochter.