Der Schlieremer Stadtparlamentspräsident Rolf Wegmüller (CVP) betonte in seiner Festrede die Bedeutung des Zusammenhalts für die Gesellschaft. In jüngster Zeit würden viele Stärken der Schweiz infrage gestellt, kritisierte er. «Was ist aus der guten Nachbarschaftshilfe geworden?», fragte Wegmüller etwa. Er verwies auf die Tendenz, dass Vereine keinen Nachwuchs mehr finden, dass viele Menschen ohne sozialen Kontakt leben, dass man sich auf der Strasse kaum mehr grüsst. «Wir alle wissen, dass diese Entwicklung nicht gut ist», so Wegmüller. Man müsse wieder lernen, «füreinander und miteinander zu denken und zu handeln» — in der Wirtschaft und Politik wie auch im Privatleben.

«Im Kleinen beginnt es», sagte der Parlamentspräsident. Es koste nichts, zu grüssen, sich anzulächeln, ein Augenzwinkern auszutauschen und die Liebe zu Mitmenschen zu zeigen. Eine solche Geste sei «ein erster kleiner Schritt, der Gewaltiges auszulösen vermag», so Wegmüller. Die innere Zufriedenheit, die sich dadurch einstelle, werde nach aussen getragen und verändere über kurz oder lang das Leben jedes Einzelnen positiv.

Die Forderung nach mehr Zusammenhalt stellte der Festredner auch im internationalen Kontext. So dürfe sich die Schweiz jenen Menschen gegenüber nicht verschliessen, die wegen der kriegerischen Konflikte in ihrer Heimat an unsere Landesgrenzen gelangen. Abzuweisen seien hingegen alle Wirtschaftsflüchtlinge, sagte Wegmüller.

Seinen Zuhörerinnen und Zuhörern riet der Parlamentspräsident, ihre Zeit mit Menschen zu verbringen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen — so etwa auf einer Reise quer durch die Schweiz. Was es dazu braucht, erklärte Wegmüller folgendermassen: «Ein Grüezi, Bonjour, Buongiorno oder Bun Di — dazu ein Lächeln und ein Augenzwinkern — voilà.»