Schlieren

Ein Abend im Doppelrausch in der Kulturkommission Schlieren

Die Duos Papillon (links) und Zu Zweit (rechts) führten die Zuschauer durch einen humorvollen Abend.

Die Duos Papillon (links) und Zu Zweit (rechts) führten die Zuschauer durch einen humorvollen Abend.

Die Kulturkommission Schlieren beendet die Saison mit einem Doppelprogramm. «Im Doppelrausch», so das Motto des Abends, waren Zu Zweit und Papillon wortwörtlich. Eigentlich standen Zu Zweit sogar als Trio auf der Bühne, denn ihren Babybauch konnte Sängerin Tina Häussermann nicht verstecken.

Das hat sie auch nicht versucht, sondern gleich zu Beginn gezeigt, welche Art von Humor zu erwarten war: «Um gleich klarzustellen, ich habe nicht zugenommen. Nur untervermietet.»

In der Folgewaren die Stuttgarter «Chanson-Komiker» für spitzzüngigen Humor zuständig. Subtil verpackten sie ihre präzisen Beobachtungen über Szenen des Alltags in leichte Songs oder sie philosophierten über Sitzrasenmäher. «Sind doch bloss Bobby-Cars
für erwachsene Männer», lästerte Tina Häussermann.

Daraufhin konterte ihr Partner Fabian Schläper, sie habe auf einem solchen doch ihren Führerschein gemacht. Doch zelebrierten sie nicht mit vollem Körpereinsatz den Kampf zwischen den Geschlechtern, sondern sie nahmen die Gegensätze zwischen Mann und Frau auch verbal aufs Korn.

Nichts wirkte willkürlich

Rein instrumental blieb dagegen das Duo Papillon. Die beiden Basler Giovanni Reber und Michael Giertz sind Meister darin, ihre Botschaften zwischen den Noten zu verstecken. Wenn Reber erklärte: «Das nächste Lied würden wir gerne Griechenland widmen. Wir mussten nämlich den Sirtaki streichen», und sie dafür Pink Floyds «Money» anstimmten, dann sprach das für sich. Nichts wirkte willkürlich, geschickt werden die Songs verknüpft und die versteckten Untertöne transportiert. Um das Ziel so elegant zu erreichen, wie es Papillon schafften, muss viel handwerkliches Können vorhanden sein. Als Pianist Michael eine Handvoll Münzen in die Luft warf und Zu Zweit nur Minuten später eine davon aufhoben, um enttäuscht festzustellen, dass es «bloss ein Euro» sei, bekam auch der Euro sein Fett weg.

Mit Leichtigkeit verstanden es beide Duos, die Leute im Saal zu begeistern. Zu Zweit taten dies mit frechen und manchmal plakativen Sprüchen, wie beispielsweise «Hund oder Mann? Ver-sau ich mir den Teppich oder gleich das ganze Leben?». Aber meist mit intelligentem Humor über Themen wie Büropflanzen oder das Singledasein.

Erfolgreiche Saison

Papillon verliessen sich auf die Musik, kreuzten Mozart mit Queen und Supertramp, paarten die Beatles mit dem Hochzeitsmarsch und die Eurovisionshymne mit «Star Wars». Nur mit Piano und Geige bewaffnet, führten sie die Leute durch ein Meer aus bekannten Melodien. Sie spielten die Stücke nicht nur mit ihren Instrumenten, sondern schauspielerten auch. Etwa mit bösen Blicken, einem theatralischen Drehen um die eigene Achse oder einem geschickt platzierten Stampfen während der Titelmusik von «Pippi Langstrumpf».

Für die allerletzte Zugabe versammelten sich alle vier Akteure auf der Bühne, spielten sich fast in einen Rausch und verabschiedeten sich mit einer Version von «Ich weiss, es wird einmal ein Wunder geschehen», das oft mit Zarah Leander verbunden wird. Als ob die letzte Zeile nur für Schlieren geschrieben worden wäre, strahlten Papillon und Zu Zweit bei den Worten: «Ich weiss, wir werden uns wiedersehen.»

Mit dem Programm ging eine erfolgreiche Saison zu Ende. Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin, der den Abend mit einer Rede eröffnet hatte, sagte: «Wir hatten ein tolles Programm und eine grosse Beteiligung bei den Besuchern. Offenbar hat den Leuten das Programm gefallen.» Cecile Wyss aus Schlieren ist ein Beispiel für solch eine begeisterte Zuschauerin: «Als Saisonabschluss war der Abend super. Die vier Künstler haben sich so gut ergänzt, ich hätte noch lange zuhören können.»

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