Urdorf
Eigenes Einsatz- und Rettungskonzept erarbeitet

Die Gemeinde Urdorf tritt der Kritik am Brandschutz im Provisorium des Alterszentrums vehement entgegen. Es seien sämtliche Vorgaben erfüllt und alle Prüfungen unternommen worden.

Flavio Fuoli
Merken
Drucken
Teilen
Die Sicherheit der Bewohner sei gewährleistet, sind die Behörden überzeugt. Flavio Fuoli

Die Sicherheit der Bewohner sei gewährleistet, sind die Behörden überzeugt. Flavio Fuoli

Limmattaler Zeitung

Ein Urdorfer Einwohner, der eine ältere Person im Altersheim Weihermatt betreut, zeigt sich gegenüber der az Limmattaler Zeitung besorgt über die Sicherheit im kürzlich bezogenen, provisorischen Alterszentrum, speziell was den Brandfall betrifft. Das vierstöckige Wohnheim habe nur einen kleinen, ebenerdigen Eingang von der Bachstrasse her.

Daneben gebe es für alle Bewohner und Etagen nur einen einzigen Lift, der nur Platz für einen Rollstuhl mit Personen biete. Ausserdem führe eine Treppe vom Eingang in die Zwischenetage, welche keine Geländer habe. Und: Von der Zwischenetage führe eine lange Treppe in den ersten Stock, die sehr hohe Stufen habe, aber wenigstens beidseitig Geländer.

Es laufe ihm kalt den Rücken hinunter, wenn er sich vorstelle, es könnte brennen, denn fast alle Bewohner seien gehbehindert und benötigten einen Rollator oder gar einen Rollstuhl. Der Zugang sei eine einzige Fehlplanung, die auch für ein provisorisches Altersheim nie hätte zugelassen werden dürfen.

Kein Verständnis bei Gemeinde

«Ich bin überrascht, dass jemand Vorhaltungen macht», zeigt sich Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Andreas Herren auf Anfrage enttäuscht. «Es wurden sämtliche Vorgaben erfüllt. Wir haben alles an Prüfungen unternommen. Wir führten mehrfache Begehungen mit der Feuerwehr Urdorf und der Feuerpolizei durch. Zudem wurde das Personal auf dieses Szenario hin geschult. Wir haben das sehr sorgfältig gemacht.» Bei den Anforderungen für den Betrieb der Übergangsnutzung sei im Weiteren dem Sicherheitsaspekt vollumfänglich Rechnung getragen worden, ergänzt Gemeindeschreiber Urs Keller. So sei unter anderem die kantonalen und kommunalen Verantwortlichen der Feuerpolizei vor Ort gewesen und hätten das Gebäude sorgfältig geprüft. Vor allem habe sich auch die Ortsfeuerwehr in der Sache engagiert. «Sie hat ein Einsatz- und Rettungskonzept speziell für das Provisorium erarbeitet», bestätigt der Gemeindeschreiber.

Er betont ein weiteres Mal, dass das gesamte Personal an zwei Anlässen vom Feuerwehrkommando über Brandschutz-, Rettungs- und Evakuierungsmassnahmen orientiert worden sei.

Im übrigen entkräftet Urs Keller das Argument mit dem Lift: «Im Brandfall darf der Lift sowieso nicht benützt werden.»

Sorgfältiges Betriebskonzept

Für den provisorischen Betrieb des Alterszentrums im Gebäude der künftigen Alterswohnungen sei sorgfältig ein Betriebskonzept erarbeitet worden. Die Platzierung der Bewohner sei nach Betreuungsgrad erfolgt. Das heisst, im ersten und dritten Stock wohnen Personen, welche rund um die Uhr betreut werden müssen und ihre Zimmer auch nicht abschliessen können.

Im zweiten und vierten Stock sind die selbstständigen Bewohner untergebracht, welche ihre Zimmer abschliessen können. Die Zu- oder Einteilung sei auch auf Fluchtausgänge ausgerichtet worden, um den Personenschutz möglichst optimal sicher zu stellen, ist einem Memorandum der Bauabteilung zu entnehmen. Einzelne Brandabschnitte müssten gewisse Anforderungen an den Feuerwiderstand erfüllen. Auch seien bei den Bereichen der selbstständigen Bewohner bewusst keine Küchen installiert worden.

Andreas Herren zeigt sich etwas befremdet, dass bei solchen Anliegen nicht zuerst das Gespräch mit der Gemeinde gesucht werde und man sich nicht aus erster Hand informiere. Urs Keller gibt zu bedenken, dass die Gemeinde unverändert froh sei um die gute Möglichkeit, das Alterszentrum ohne Einschränkungen von Pflegeplätzen und -angebot aufrechterhalten zu können.