Konzentriert setzt die zweijährige Olivia an ihrem Ei den Pinsel an. Ein letzter Strich grasgrün. Dann strahlt sie und blickt auf: «Fertig!» Ihre Mutter lacht und fragt: «Was meinst du, soll ich auch ein Osterei färben?» Bevor sie sodann ein blankes Ei in die über dem Feuer brodelnden Zwiebelschalen gleiten lässt, sagt sie mit einer ausladenden Handbewegung: «Das Chrüzi-Team hat sich wieder selbst übertroffen. Die Kinder finden es lässig – und wir Erwachsene auch.»

Eierfärben ist nur eine der Attraktionen des Fests in der Dietiker Freizeitanlage Chrüzacher am Sonntag vor Ostern. Papiertüten basteln, Schoggihasen verzieren oder Zopftiere backen gehören zum Programm des traditionsreichen Anlasses. Dass er dieses Jahr von prächtigem Wetter begleitet wird, freut Mia Peterhans, stellvertretende Leiterin der Anlage. «Das Fest ist der Frühlingsstart im Chrüzi. Nach den kalten Tagen heissen wir damit die warmen willkommen.» Das Team stecke «viel Herzblut und Arbeit» hinein. Bereits vor einem Jahr seien erste Vorbereitungen getroffen worden. Wie viele Besucher kommen werden, habe sich aber schwer abschätzen lassen. «Ich hoffe, dass mindestens hundert Kinder kommen», hatte Peterhans vor Beginn der Veranstaltung gesagt. Diese Marke wurde bereits am frühen Nachmittag geknackt. «Es kommt offenbar gut an, dass wir neue Aktivitäten anbieten», erklärt sich Peterhans den Besucheransturm am Nachmittag. Dass das Programm dieses Jahr erweitert wurde, war Grund für eine Namensänderung. Das Osterfest heisst nun umfassender Kinderfest.

Neues Programm

Dieses Jahr wird zum ersten Mal ein Osterbrunch im neu eröffneten Kafi angeboten. Und während die Eltern an den Tischen plaudern, machen sich die Kinder auf den «Chrüzi-Trail», eine Art Foxtrail, wie Peterhans erklärt. Dieser soll auch künftig in der Anlage angeboten werden.

Später, um Punkt 13 Uhr schaltet Spielgruppenleiterin Maja Morgenthaler auf dem runden Platz den CD-Player an. Sodann strömen Kinder der Musik entgegen. Einige singen gleich mit: «Oschterhaas, weisch du was, ich ha di geschter gseh im Gras.» Und wer nicht tanzt, der klatscht begeistert mit.

Ein Zoo aus Zopfteig

Anklang findet auch das Esel- und Ponyreiten. Joe (2) sitzt zum ersten Mal auf einem Pferderücken. Auch für Belinda, das Pony, auf der die Kleine sitzt, ist der Sonntag eine Premiere. Noch nie trug es bei einem öffentlichen Anlass jemanden auf seinem Rücken. Beide meistern die Runde um den Platz souverän. Die anderen Kinder verfolgen den Ritt mit.

Darunter ist Jannik (6), der geduldig darauf wartet, bis er an der Reihe ist. «Ich bin schon oft auf einem Ross gesessen», sagt er stolz. Dieses Mal möchte er auf einem Esel reiten. Auch für Anina (3) sind die Esel die heimlichen Stars. In der Backstube formt sie aus Teig «Elvis», das Eseljunge des Chrüzachers. Dann hält sie inne: «Das schmeckt so fein», sagt sie und zieht Luft durch ihre Nase. Der Duft der gebackenen Zopftiere dringt auch ins Werkatelier, wo Jan (5) werweisst, ob er seinen Schoggihasen noch mit Smarties verzieren soll. Schliesslich belässt er sein Werk wie es ist. «Ich bin schon in Osterstimmung», sagt er und stellt seinen Hasen zum Trocknen aufs Regal. Ob der bis Ostern überlebt? Ein schelmisches Grinsen, Jan schüttelt den Kopf: «Ziemlich sicher nicht.»