Dietikon

Ehrlicher Finder darf 1000 Franken behalten

1000 Franken für ehrlichen Finder. (Symbolbild)

1000 Franken für ehrlichen Finder. (Symbolbild)

Geldfund Schönes Weihnachtsgeschenk für einen jungen Dietiker: Fünf Jahre, nachdem er auf der Strasse eine 1000er-Note gefunden hat, darf er das Geld behalten.

Im Herbst 2010 hat ein damals zehnjähriger Knabe an der Oberdorfstrasse in Dietikon eine 1000-Franken-Banknote gefunden. Statt sie zu behalten, hat er sie beim Fundbüro der Stadt Dietikon abgegeben. In den letzten fünf Jahren konnte der rechtmässige Eigentümer des Geldes laut einer Medienmitteilung der städtischen Gesundheits- und Sicherheitsabteilung nicht ausfindig gemacht werden.

«Da der Junge den Fund korrekt bei der Polizei gemeldet hatte, ist er nun nach Ablauf der fünfjährigen Frist Eigentümer des Geldscheins geworden», heisst es in der Mitteilung. Vergangene Woche habe die Stadtpolizei das Geld dem ehrlichen Finder übergeben.

«Es kommt selten vor, dass Wertsachen oder Geld während fünf Jahren nicht abgeholt werden», sagt Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung. Ebenfalls sei es eher die Ausnahme, dass ein derart hoher Geldbetrag beim Fundbüro abgegeben werde.

«Normalerweise sind es 50er- oder 100er-Nötli, die gefunden und abgegeben werden.» Laut Winkelmann hat sich der heute 15-Jährige «sehr über die 1000 Franken gefreut». Die Polizei sei nach Ablauf der fünfjährigen Frist aktiv geworden und habe sich bei dem jungen Mann gemeldet. «Er hat die Note dann bei der Polizei abgeholt.»

Der Teenager hat nicht nur eine ehrliche Ader, sondern auch im Sinne des Gesetzes gehandelt. Das Zivilgesetz verpflichtet einen Finder, «eine verlorene Sache» entweder dem Eigentümer direkt oder aber der Polizei zu übergeben. Dies gilt für Gegenstände, deren Wert «offenbar zehn Franken übersteigt».

Wer ein Fundstück, das mehr als zehn Franken wert ist, behält, macht sich strafbar — geahndet wird dies allerdings nur, wenn der rechtmässige Eigentümer Anzeige erstattet. Kehrt der Gegenstand zum Eigentümer zurück, hat der Finder laut Gesetz Anspruch auf einen «angemessenen» Finderlohn. Als Richtwert gilt dabei ein Betrag, der zehn Prozent des Werts des gefundenen Gegenstandes entspricht. 

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