Dietikon
Ehepaar hat jahrelang zu Unrecht Fürsorge bezogen

Ehepaar wird wegen Betrugs zu bedingten Freiheitsstrafen verurteilt. Jahrelang hatten die beiden Beschuldigten wegen verheimlichten Einkommen zu hohe Sozialgelder kassiert.

Attila Szenogrady
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Wegen mehrfachen Betrugs wurde das Ehepaar je zu einer bedingten Freiheitsstrasse von 16 Monaten verurteilt. (Themenbild)

Wegen mehrfachen Betrugs wurde das Ehepaar je zu einer bedingten Freiheitsstrasse von 16 Monaten verurteilt. (Themenbild)

Limmattaler Zeitung

«Wer vom Sozialamt unterstützt wird, kann nicht in Saus und Braus leben», machte der Gerichtsvorsitzende Stephan Aeschbacher anlässlich der Urteilseröffnung von gestern den heute bald 40-jährigen Eheleuten aus Dietikon klar. Das Gericht ging von einem verwerflichen Verhalten der beiden aus Serbien und dem Kosovo stammenden Beschuldigten aus. Sie hätten über neun Jahre hinweg zu Unrecht Fürsorgegelder bezogen und damit dem Sozialstaat einen beträchtlichen Schaden zugefügt.

Die Anklageschrift listete den Bezug von insgesamt über 300 000 Franken auf. Davon mindestens die Hälfte von über 150 000 Franken zu Unrecht. Die Anklage lastete dem Gelegenheitsarbeiter und seiner Frau an, zwischen August 2005 und März 2014 regelmässig bedeutende Einkommen gegenüber dem Dietiker Sozialamt verheimlicht zu haben. Dabei handelte es sich vor allem um Gelder, welche die zweifache Mutter als Raumpflegerin bei verschiedenen Firmen verdient hatte.

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis rechnete einen nicht gemeldeten Gesamtbetrag von über 93 000 Franken hoch. Hinzu kam, dass beide Eltern bei der Finanzierung ihrer Wohnung durch das Sozialamt regelmässig schummelten und zu viel Geld kassierten. So verschwiegen sie, dass sie neben den beiden Kindern zusammen mit den Schwiegereltern der Mutter unter einem Dach lebten.

Umfassend geständig

Als die Eheleute vor einem Jahr aufflogen, legten sie umfassende Geständnisse ab. Sie machten eine finanzielle Notlage als Tatmotiv geltend. Vor Gericht allerdings vergebens, da es einen Notstand verneinte. Allerdings habe die Täterschaft auch keinen luxuriösen Lebensstil gepflegt, hielt Präsident Aeschbacher den Beschuldigten zugute.

Der Vater führte aus, dass er heute nicht nur unter Rückenschmerzen, sondern auch unter psychischen Problemen leide. Er arbeite heute im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms in einem Hausdienst. Einen Teil des Einkommens müssten er und seine Frau dem Sozialamt zurückzahlen, sagte er. Die Frau zeigte sich reumütig und versprach, dass sie künftig alles deklarieren werde.

In rechtlicher Hinsicht lag ein einfacher Fall vor. So wurden die beiden Eheleute in einem abgekürzten Verfahren wegen mehrfachen Betrugs zu einer bedingten Freiheitsstrafe von je 16 Monaten verurteilt. Zudem wurden die Eltern verpflichtet, gegenüber der Sozialabteilung der Stadt Dietikon grundsätzlich Schadenersatz zu leisten. Zudem müssen sie einen Teil der Verfahrenskosten tragen.