Bereits vergangene Woche fand der Startschuss statt, doch erst nun ist das Projekt mit allen Details offiziell. Die ehemalige NZZ-Druckerei an der Zürcherstrasse in Schlieren wird bis voraussichtlich Ende 2017 als Event-Location genutzt. Dies gab das zuständige Catering-Unternehmen «Dine & shine» gestern bekannt. So habe man von der Liegenschaftsbesitzerin, der Swiss Prime Site (SPS), den Zuschlag für die Nutzung von zwei ehemaligen Produktionshallen erhalten. Diese werden per sofort unter dem Namen «Offset» als Eventlocation für Anlässe zwischen 800 und 1100 Personen genutzt, heisst es weiter. Die erste Veranstaltung wurde am vergangenen Mittwoch abgehalten: Rund 600 Gäste pilgerten zur Bekanntgabe der der besten 100 Schweizer Startups in die ehemalige Druckerei.

Für die Zwischennutzung «Offset» stehen zwei der insgesamt neun ehemaligen Produktionshallen zur Verfügung. Dabei handelt es sich laut Medienmitteilung um die alte Druckereihalle und den NZZ-Druckturm. Erstere verfüge über eine Raumhöhe von 12 Metern und verleihe den Anlässen, an denen bis zu 800 Personen teilnehmen können, ein «gepflegtes Industrie-Ambiente». In den Hallen des Druckturms, deren Raumhöhe 18 Meter beträgt, finden sogar bis zu 1100 Gäste Platz.

Im November folgt Restaurant

Die alte Druckereihalle soll nicht nur Unternehmen zur Verfügung stehen. So sehen die Verantwortlichen von «Dine & shine» vor, voraussichtlich Anfang November, ein temporäres Restaurant zu eröffnen. Wie lange dort gewirtet werden soll und welche Spezialitäten geboten werden, steht noch nicht fest. Details werden erst kurz vor Eröffnung bekannt gegeben. «Dine & shine»-Mediensprecherin Franziska Schmidt sagt auf Anfrage, dass eine neue Form der Erlebnisgastronomie verwirklicht werden soll, die Entertainment, Kunst und Kultur vereint. Die Genehmigung der Stadt für diese Nutzung stehe derzeit zwar noch aus, doch sei man zuversichtlich, dass diese in den kommenden Wochen ausgestellt werde.

Im Bereich Zwischennutzungen konnte «Dine & shine», dessen Hauptsitz in Urdorf liegt, bereits Erfahrungen sammeln. Obwohl zeitlich begrenzte Restaurants erst seit vergangenen Jahr zum Repertoire des Unternehmens gehören, wurde einem Projekt in den Medien bereits viel Beachtung geschenkt. Im Cocoon, das nur zwischen Oktober und Dezember 2015 geöffnet war, wurden Gäste in einem Bürogebäude im Zürcher Seefeld bewirtet. Das im Jahr 2005 gegründete Unternehmen ist zudem der Catering-Partner von einigen namhaften Eventveranstaltern wie etwa dem Zunfthaus zur Schmiden, der Maag Event Hall im Stadtzürcher Kreis 5 oder der Umweltarena in Spreitenbach.

Für die Schlieremer Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) sind dies gute Nachrichten. «Die NZZ-Druckerei ist einer jener Orte, die sich perfekt für die Durchführung von kreativen Anlässen eignet», sagt sie. Auch dass es sich dabei um eine Zwischennutzung handle, sei willkommen, da dies zeige, dass die Stadt am Puls der Zeit sei. «Es wird immer deutlicher, dass Schlieren zur Destination wird.»

Auf Events folgt Bildung

Im vergangenen Juni wurde der Betrieb der NZZ-Druckerei nach 30 Jahren eingestellt. Die SPS erwarb das Gebäude, welches für 26 Millionen zum Verkauf ausgeschrieben war. Für wie viel Geld das Gebäude dann aber tatsächlich den Besitzer wechselte, blieb ein Geheimnis. Im vergangenen Dezember gab die SPS bekannt, dass man das unweit vom Schlieremer Bahnhof gelegene und direkt an den Bio-Technopark angrenzende Gebäude in ein Bildungszentrum umfunktionieren wolle. Angedacht sei ein neuartiges Konzept, das neben Aus- und Weiterbildungen auch Forschung und Entwicklung Raum gebe. Daneben sollen in der ehemaligen Druckerei Co-Workings, Gastronomie, Sportanlagen oder Kulturangebote unterkommen.

Vergangene Woche fand der erste Anlass in der ehemaligen NZZ-Druckerei statt: An der Verleihung des Startup-Awards wurden die 100 besten Jungunternehmen gekürt.