Urdorf

Ehemalige geben ihre Erfahrung weiter: «ETH unterwegs» an der Kantonsschule Limmattal

Experiment mit Hitze und Kälte: Rico Felber zeigt, wie ein Kupferdraht über der Flamme zur Spirale wird.

Experiment mit Hitze und Kälte: Rico Felber zeigt, wie ein Kupferdraht über der Flamme zur Spirale wird.

Zum dritten Mal gastiert die Wanderausstellung «ETH unterwegs» an der Kantonsschule Limmattal. Das Projekt sei erfolgreich: Immer wieder melden sich Studenten bei Siegel, die sich aufgrund von «ETH-unterwegs» für ein Studienfach entschieden.

Ein Schüler probiert einen kupferfarbenen Würfel aufzuheben, daneben hält eine Schülerin einen Würfel der gleichen Grösse in die Luft. An der Wanderausstellung «ETH unterwegs» von Anfang Woche in der Kantonsschule Limmattal lautet das Motto: «Anfassen erlaubt». So können die Schüler verschiedene Experimente durchführen und den Studenten Löcher in den Bauch fragen.

«Hier kommt nun mein Lieblingsversuch», sagt Rico Felber. Dabei hält der Materialwissenschaftsstudent, der in Urdorf seine Matura abschloss, einen Draht über die Flamme und dieser beginnt sich langsam zu drehen. Die Schüler sehen ihm fasziniert zu. Seit dem Morgen ist dieser Stand von Zuschauern belagert. Selbst als die in flüssigen Stickstoff getauchten Marshmallows weggegessen sind, locken die Materialien in verschiedenen Formen und Farben die Schüler noch an den Stand.

Entstanden ist «ETH unterwegs», da sich nur wenige Studenten für Materialwissenschaften einschrieben. «Und das, obwohl dieses Fach sehr praktisch und sehr gefragt ist. Uns braucht es», sagt Claudia Siegel. Sie ist in der Projektleitung der Wanderausstellung. Diese umfasst mittlerweile alle ETH-Studienrichtungen. Das Projekt sei erfolgreich: Immer wieder melden sich Studenten bei Siegel, die sich aufgrund von «ETH-unterwegs» für ein Studienfach entschieden.

«In den letzten Jahren sind die Schüler offener und interessierter geworden», sagt Siegel. Oft stellen sie auch kritische Fragen, das möge sie. «Die Schüler hier in Urdorf sind besonders interessiert», sagt Siegel. Sogar die jüngeren Schüler seien motiviert bei der Ausstellung dabei.

Schüler möchten nach dem Studium einen Job haben

Um beim Angebot der Studiengänge von Humanmedizin über Informatik bis hin zu Physik den Überblick zu behalten, stellen die Kantonsschülerinnen und -schüler viele Fragen. Am Physikstand werden Fragen wie «Brauche ich in diesem Studium viel Mathematik?» oder «Was mache ich mit diesem Abschluss?» häufig gestellt. Dass Physiker nicht nur in der Forschung, sondern auch als Meteorologen arbeiten können, ist für die meisten neu. «Und ja, man braucht viel Mathematik», sagt Bibiana Prinoth, die zur Zeit ihren Master in Physik macht.
Während den Workshops möchte sie zeigen, dass es auch Frauen in ihrem Fachgebiet gibt. «Wenn die Mädchen sehen, dass hier eine Frau steht, kommen sie auch viel eher», sagt Prinoth. An ihrem Stand zeigt ein Gerät kosmische Strahlen an, daneben schwebt eine elektromagnetische Erdkugel über dem Tisch. Ein Schüler fragt, wofür man kosmische Strahlen nutzen könne. Ein Physikstudent erklärt, dass man diese momentan für nichts gebrauchen könne. «Wenn du sie später einmal sammeln kannst, würdest du wahrscheinlich den Nobelpreis gewinnen», sagt er.

Erkennen die Lehrer ihre ehemaligen Schüler noch

Am Stand der Umweltingenieure fliesst sauberes und verschmutztes Wasser durch verschiedene Gesteinsschichten. Die beiden Studenten hinter dem Tisch sind ebenfalls ehemalige Schüler der Kanti Limmattal. «Es ist ein bisschen speziell, wieder hierher zukommen», sagt ein Student. «Man möchte beispielsweise sehen, ob die Lehrer einen noch erkennen», fügt eine Studentin hinzu.

Für die Wanderausstellung der ETH werden die Studentinnen und Studenten wenn möglich in ihre Herkunftsgymnasien geschickt. «Die Studenten machen gerne mit», sagt Siegel. Sie gehen motiviert zurück und erzählen, was sie in den Jahren nach der Matura gelernt haben. Das ist das Hauptziel der Wanderausstellung: Die Jugendlichen sollen ein realistisches Bild der Studiengänge erhalten und nicht mit falschen Vorstellungen ein Studium beginnen.

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