Die ehemalige Blumenbörse in Oberengstringen ist jetzt ein Rechenzentrum – zumindest teilweise. Die Firma Equinix hat die erste Umbauphase abgeschlossen und im westlichen Teil die ersten Räumlichkeiten für die Unterbringung von Servern für ihre Kunden eingerichtet. Der Betrieb konnte vor zwei Wochen aufgenommen werden. Am Mittwoch informierte die Equinix nun über die nächsten Schritte.

Insgesamt sind drei Bauetappen vorgesehen, in denen das Gebäude der ehemaligen Blumenbörse komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. Wann die zweite Umbauphase startet, ist noch unklar. «Das hängt davon ab, wie sich die Nachfrage entwickelt», sagte Marco Dottarelli, Managing Director von Equinix (Switzerland) GmbH. Wenn die Nachfrage so steige wie bisher, werde man voraussichtlich nächstes Jahr mit Phase Zwei beginnen.

Anwohner kriegen von einer zweiten Bauphase nichts mit

Konkret heisst das, dass die noch bestehenden alten Gebäudeteile abgerissen werden und durch eine neue Gebäudehülle ersetzt werden. «Im Inneren werden wir dann in zwei Etappen den Betrieb ausbauen», so Dottarelli. Davon würden die Anwohner allerdings nichts mehr mitkriegen.

Rund fünf Wochen rechnet Dottarelli für den Abriss und weitere acht Monate für den Neu- und Innenausbau. Die Anwohner würden von diesen Arbeiten wenig betroffen sein: «Die zweite Umbauphase, wenn auch umfassender, wird ähnlich ablaufen wie die erste.» Insgesamt würden die zweite und dritte Etappe des Ausbaus zwischen zehn und zwölf Monaten dauern, fertiggestellt werde das Rechenzentrum voraussichtlich im Jahr 2016.

Dann werde auch der Verkehr an der Allmendstrasse im Vergleich zu früher wesentlich reduziert werden, versichern die Verantwortlichen. Rund um den Betrieb der Blumenbörse gab es immer wieder Reklamationen seitens der Anwohner, die sich frühmorgens durch den Warenumlad und den Camion- und Lastwagenverkehr gestört fühlten. Diese Zeiten sollen mit dem Rechenzentrum endgültig vorbei sein.

Abwärme für die Stromversorgung

Neue Zeiten brechen auch für die Equinix an. «Das Rechenzentrum in Oberengstringen wird nach seiner Fertigstellung schweizweit der grösste Standort von Equinix sein», sagte Dottarelli. Deswegen überlege man derzeit, den Firmenhauptsitz nach Oberengstringen zu verlegen. «Konkretes dazu kann ich derzeit jedoch noch nicht sagen», so Dottarelli.

Weiter fortgeschritten sind dafür die Pläne, wie mit der Abwärme, die bei der Kühlung der Server entsteht, umgegangen wird. «Die Energie, die freigesetzt wird, nutzen wir zunächst für die Wasser- und Stromversorgung unserer Büros», erklärte Reto Kaufmann, Facility Engineer von Equinix. «Sobald wir aber den Betrieb ausbauen und mehr Abwärme produzieren, als wir selber nutzen können, stellen wir diese der Gemeinde zur Verfügung. Allerdings liegt es an ihr, die nötigen Investitionen zu tätigen, um diese Abwärme für die Energiegewinnung zu nutzen», so Kaufmann. Man sei diesbezüglich im Gespräch mit den Behörden.